Tute Bianche aus Genua heute in Berlin
Heute abend ist in Berlin eine Veranstaltung mit zwei VertreterInnen aus Genua, die über das Konzept der tute bianche und die Gegengipfelaktivitäten während des G8-Gipfels in Genua berichten: 19 Uhr 30 im Kato (U-Bhf. Schlesisches Tor).
Zur Einstimmung auf die Veranstaltung zu Genua ein Text über die Aktionsform der Tute Bianche (weissen Overalls):
Die Tute Bianche, Zapatismus und Widerstandskultur in Italien
Spätestens seit den Protesten in Prag anläßlich des IWF/Weltbankgipfels sind die Bilder der Tute Bianche, der weiß gekleideten und gepolsterten AktivistInnen aus Italien, die aussehen wie Michelinfiguren, medial bekannt geworden. Hinter der Aktionsform verbirgt sich eine Suche nach einem Befreiungsprozess aus den Zwängen der kapitalistischen Welt. "Wir sind
eine Armee von TräumerInnen, deshalb sind wir unbesiegbar" schreiben die AktivistInnen auf ihren Transparenten und Broschüren. Nach Prag sind fast 900 AktivistInnen aus Italien mit einem Zug, dem Global Express, gekommen. Davon haben sich ca. 100 aktiv an der Aktion der Tute Bianches beteiligt. Neben ihnen die Medien der ganzen Welt und vor ihnen die Robocops des Staates mit Panzern, Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray. Die so genannte Demokratie des IWFs und der Weltbank hinter Panzer und Gitter.
Der Körper als Waffe des Zivilen Ungehorsams
"Wenn die Welt zu verkaufen ist, ist rebellieren selbstverständlich". Die Tute Bianches sind gut ausgerüstet und benutzen dazu hauptsächlich billige Materialien und ihre Kreativität: Matratzen, alte Reifen, Baustellenhelme, Rettungsjacken, Armpolster aus Isomatten und Isolierband, Gasmasken, aber auch Luftballons, Wasserpistolen oder selbstgemachte Schutzschilder kann mensch in ihrem Repertoire finden. Wieso? "Gegen eine Welt in der das Geld alles regiert, bleiben uns nur noch unsere Körper, um gegen die Ungerechtigkeit zu rebellieren", meint Don Vitaliano, ein Pfarrer, der auch unter den Tute Bianches zu finden ist. "Wir sind nicht bewaffnet, wir agieren als Menschen und setzen unsere Person ins Spiel. Wir fürchten uns vor der Polizeigewalt, deshalb schützen wir uns."
Diese Aktionsform begann vor knapp einem Jahr in Italien und überraschte alle durch ihren Erfolg. Im Januar 2000 gab es bundesweite Mobilisierungen gegen Abschiebeknäste in Italien. Mehrere zehntausend Menschen sind dafür auf die Straße gegangen. Die Demonstration gegen den Abschiebeknast Via Corelli war ein besonderer Erfolg. Die Tute Bianches hatten ihre
Entschlossenheit angekündigt in den Abschiebeknast hinein zu gelangen und zu schliessen. Die mehrere Tausend Tute Bianches marschierten vorne und mussten stundenlang Auseinandersetzungen mit der Polizei aushalten, bevor diese dann aufgeben musste
und die Leute ins Lager eindringen konnten. Abends kündigte der Innenminister die Schliessung von Via Corelli an.
Die aufgeblasenen Reifen dienen dazu die Schlagstöcke der Robocops rückprallen zu lassen. "Über 150 Tränengaspatronen haben wir bei dieser Aktion gezählt" grinst ein junger Aktivist. Die rauchenden Tränengaspatronen werden in Kisten oder unter Eimer geworfen, um sie zu neutralisieren. Es erinnert an eine Beschreibung Ghandis des zivilen Ungehorsams: ‘Feuer mit Wasser löschen’.
Seither sind Tute Bianches auf vielen Mobilisierungen zu sehen: Antifaschistische Demos, Mobilisierungen gegen den OECD Gipfel in Bologna oder gegen die Eröffnung der Gentech-Weltausstellung in Genua bei der sie bis zum Eingang eingedrungen sind und
die Ausstellung zum Fiasko machten und eine landesweite oeffentliche Debatte erzwungen haben.
Zapatismus, Ya Basta und die Tute Bianches
Ya Basta ist nicht gleich Tute Bianches. Tute Bianche ist hauptsächlich eine Aktionsform und ein Selbstverständnis. Auch in anderen Ländern wurde die Aktionsform übernommen und weiterentwickelt, z.B. in Finnland. In ihr erkennen sich verschiedene Menschen, Gruppierungen und politische Strömungen; und prägen somit die Gestaltung der Form. Ya Basta ist ein Netzwerk von Gruppen, die sich mit dem Aufstand der Zapatistas in mehreren Städten Italiens gebildet haben und eine der politischen Strömungen die zur Kristallisierung der Tutte Bianches beigetragen haben: "Die Zapatistas haben einen wichtigen Beitrag geleistet, mit ihren Ideen Politik zu machen, ohne um die Macht zu kämpfen. Wir versuchen diese Botschaft zu übersetzen und unsere eigene Ausdrucksform zu finden."
Inspiriert wurden die AktivistInnen, als sie selbst bis in den chiapanekischen Dschungel Südmexikos anläßlich eines interkontinentalen Encuentros gereist sind. "Am Anfang haben wir vorhergehende Formen der Direkten Aktion diskutiert, der Sabotage, der revolutionären Gewalt usw. Wir haben daraus geschlossen, dass unter den aktuellen Bedingungen der
Zivilgesellschaft, der Gebrauch unserer Körper als Waffe die Kräfte derjenigen Menschen freisetzen könnte, die zu den alten Formen und Schemen nicht geantwortet haben. Es ist eine kreative Form die andere Seite in ein Problem mit einzubeziehen. Mit gewaltfreien Mitteln der Direkten Aktion bleibt die Sprache der Gewalt auf der Seite der Polizei und des Staates. Klassische Demonstrationen beeindrucken sie nicht mehr, jetzt sind wir als BürgerInnen ungehorsam, sie schlagen zurück, aber wir verteidigen uns. Das veranlässt die Aufmerksamkeit der Menschen und gibt unserem Protest Echo".
Diese konfrontative Haltung macht Sinn: das tiefverwurzelte (Selbst)bild des Staates als Institution, die die Interessen aller vereint, ist im neoliberalen Zeitalter stark am bröckeln, in Italien auf jeden Fall früher als in der BRD. Ein offen in Erscheinung tretender Interessengegensatz zwischen legitimen Bedürfnissen von BürgerInnen und staatlichen Maßnahmen sind eine gute Voraussetzung für emanzipative Prozesse, weg von der Forderung an den Staat, sozial abfedernd zu agieren oder ökonomisch steuernd zu intervenieren mit dem Anspruch, einen Wohlstand für alle zu sichern. "Unser Beitrag ist eine radikale Form der Konfrontation, die über die klassischen Formen der Demonstration hinaus geht und die Möglichkeit einer breiteren Beteiligung mit sichereren Methoden ermöglicht. Junge Leute sehen, daß der Einsatz ihres vor der Polizei geschützten Körpers klare Wirkungen hat. Die Bewegung wächst. Wir sind nicht eine politische Gruppe, es handelt sich um eine horizontale Bewegung, in der jede Person auf ihre besondere Weise zur Debatte und Organisation beiträgt. Alles ist untereinander verstrickt, es gibt Leute allen Alters. Alte Modelle von Avantgarden und Anführenden sind vorbei."
In einem Flugblatt schreiben sie: "Wir haben uns eine neue Herausforderung gesetzt: aus dem Boden zu sprießen, um uns auf diese Weise in den Aufbau der Gesellschaft einzubringen, um die Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu fördern, die in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Wir wollen uns vom Widerstand in eine Offensive bewegen, hin in die Arena der Träume, der Rechte, der Freiheit, für die Eroberung der Zukunft, die heute den neuen Generationen verweigert wird".
Wie die Zapatistas erkennt Ya Basta, dass die Befreiungsprozesse notwendigerweise kontinuierlich in Frage gestellt und neu definiert werden müssen. "Wir gehen mit Fragen auf unseren Lippen", sagen sie, "nicht mit Befreiungsstrategien, die als absolute Wahrheit festgelegt werden. Diese Tabus, die die Bewegungen der Vergangenheit charakterisiert haben, müssen hinter uns gelassen werden".
Die Rolle der Kommunikation: Die Unsichtbaren sichtbar machen
Die weißen Overalls werden als Symbol der Unsichtbarkeit getragen, als Idee der "nicht-Identität" (siehe "sans papiers", illegalisierte Flüchtlinge). Die Aktionsform hat eine stark symbolische Wirkung und kommunikative Stärke. Für sie entspricht der Aufbau einer Gesellschaft der Praxis einer sicheren Identität, aber mit offenen Beziehungen. Sie versuchen viele anzusprechen und in den Konflikt mit einzubeziehen, dazu wollen sie "Kommunikationsräume gewinnen".
Im April tourten Ya Basta-VertreterInnen aus Mailand durch verschiedene Städte in der BRD:
http://www.de.indymedia.org/2001/04/1531.html
Auch hierzulande werden Überlegungen zu neuen Widerstandsformen angestellt:
siehe: 1. Mai - wollen wir kontrollierbar sein?
http://www.de.indymedia.org/2001/04/1321.html
Weitere links:
Peoples' Global Action (PGA):
http://www.agp.org
Die Gipfeleriegnisse in diesem Sommer:
http://www.gipfelsturm.net
Ya Basta:
http://www.yabasta.it/
Tute Bianche:
http://www.tutebianche.org/
Die Tute Bianche, Zapatismus und Widerstandskultur in Italien
Spätestens seit den Protesten in Prag anläßlich des IWF/Weltbankgipfels sind die Bilder der Tute Bianche, der weiß gekleideten und gepolsterten AktivistInnen aus Italien, die aussehen wie Michelinfiguren, medial bekannt geworden. Hinter der Aktionsform verbirgt sich eine Suche nach einem Befreiungsprozess aus den Zwängen der kapitalistischen Welt. "Wir sind
eine Armee von TräumerInnen, deshalb sind wir unbesiegbar" schreiben die AktivistInnen auf ihren Transparenten und Broschüren. Nach Prag sind fast 900 AktivistInnen aus Italien mit einem Zug, dem Global Express, gekommen. Davon haben sich ca. 100 aktiv an der Aktion der Tute Bianches beteiligt. Neben ihnen die Medien der ganzen Welt und vor ihnen die Robocops des Staates mit Panzern, Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray. Die so genannte Demokratie des IWFs und der Weltbank hinter Panzer und Gitter.
Der Körper als Waffe des Zivilen Ungehorsams
"Wenn die Welt zu verkaufen ist, ist rebellieren selbstverständlich". Die Tute Bianches sind gut ausgerüstet und benutzen dazu hauptsächlich billige Materialien und ihre Kreativität: Matratzen, alte Reifen, Baustellenhelme, Rettungsjacken, Armpolster aus Isomatten und Isolierband, Gasmasken, aber auch Luftballons, Wasserpistolen oder selbstgemachte Schutzschilder kann mensch in ihrem Repertoire finden. Wieso? "Gegen eine Welt in der das Geld alles regiert, bleiben uns nur noch unsere Körper, um gegen die Ungerechtigkeit zu rebellieren", meint Don Vitaliano, ein Pfarrer, der auch unter den Tute Bianches zu finden ist. "Wir sind nicht bewaffnet, wir agieren als Menschen und setzen unsere Person ins Spiel. Wir fürchten uns vor der Polizeigewalt, deshalb schützen wir uns."
Diese Aktionsform begann vor knapp einem Jahr in Italien und überraschte alle durch ihren Erfolg. Im Januar 2000 gab es bundesweite Mobilisierungen gegen Abschiebeknäste in Italien. Mehrere zehntausend Menschen sind dafür auf die Straße gegangen. Die Demonstration gegen den Abschiebeknast Via Corelli war ein besonderer Erfolg. Die Tute Bianches hatten ihre
Entschlossenheit angekündigt in den Abschiebeknast hinein zu gelangen und zu schliessen. Die mehrere Tausend Tute Bianches marschierten vorne und mussten stundenlang Auseinandersetzungen mit der Polizei aushalten, bevor diese dann aufgeben musste
und die Leute ins Lager eindringen konnten. Abends kündigte der Innenminister die Schliessung von Via Corelli an.
Die aufgeblasenen Reifen dienen dazu die Schlagstöcke der Robocops rückprallen zu lassen. "Über 150 Tränengaspatronen haben wir bei dieser Aktion gezählt" grinst ein junger Aktivist. Die rauchenden Tränengaspatronen werden in Kisten oder unter Eimer geworfen, um sie zu neutralisieren. Es erinnert an eine Beschreibung Ghandis des zivilen Ungehorsams: ‘Feuer mit Wasser löschen’.
Seither sind Tute Bianches auf vielen Mobilisierungen zu sehen: Antifaschistische Demos, Mobilisierungen gegen den OECD Gipfel in Bologna oder gegen die Eröffnung der Gentech-Weltausstellung in Genua bei der sie bis zum Eingang eingedrungen sind und
die Ausstellung zum Fiasko machten und eine landesweite oeffentliche Debatte erzwungen haben.
Zapatismus, Ya Basta und die Tute Bianches
Ya Basta ist nicht gleich Tute Bianches. Tute Bianche ist hauptsächlich eine Aktionsform und ein Selbstverständnis. Auch in anderen Ländern wurde die Aktionsform übernommen und weiterentwickelt, z.B. in Finnland. In ihr erkennen sich verschiedene Menschen, Gruppierungen und politische Strömungen; und prägen somit die Gestaltung der Form. Ya Basta ist ein Netzwerk von Gruppen, die sich mit dem Aufstand der Zapatistas in mehreren Städten Italiens gebildet haben und eine der politischen Strömungen die zur Kristallisierung der Tutte Bianches beigetragen haben: "Die Zapatistas haben einen wichtigen Beitrag geleistet, mit ihren Ideen Politik zu machen, ohne um die Macht zu kämpfen. Wir versuchen diese Botschaft zu übersetzen und unsere eigene Ausdrucksform zu finden."
Inspiriert wurden die AktivistInnen, als sie selbst bis in den chiapanekischen Dschungel Südmexikos anläßlich eines interkontinentalen Encuentros gereist sind. "Am Anfang haben wir vorhergehende Formen der Direkten Aktion diskutiert, der Sabotage, der revolutionären Gewalt usw. Wir haben daraus geschlossen, dass unter den aktuellen Bedingungen der
Zivilgesellschaft, der Gebrauch unserer Körper als Waffe die Kräfte derjenigen Menschen freisetzen könnte, die zu den alten Formen und Schemen nicht geantwortet haben. Es ist eine kreative Form die andere Seite in ein Problem mit einzubeziehen. Mit gewaltfreien Mitteln der Direkten Aktion bleibt die Sprache der Gewalt auf der Seite der Polizei und des Staates. Klassische Demonstrationen beeindrucken sie nicht mehr, jetzt sind wir als BürgerInnen ungehorsam, sie schlagen zurück, aber wir verteidigen uns. Das veranlässt die Aufmerksamkeit der Menschen und gibt unserem Protest Echo".
Diese konfrontative Haltung macht Sinn: das tiefverwurzelte (Selbst)bild des Staates als Institution, die die Interessen aller vereint, ist im neoliberalen Zeitalter stark am bröckeln, in Italien auf jeden Fall früher als in der BRD. Ein offen in Erscheinung tretender Interessengegensatz zwischen legitimen Bedürfnissen von BürgerInnen und staatlichen Maßnahmen sind eine gute Voraussetzung für emanzipative Prozesse, weg von der Forderung an den Staat, sozial abfedernd zu agieren oder ökonomisch steuernd zu intervenieren mit dem Anspruch, einen Wohlstand für alle zu sichern. "Unser Beitrag ist eine radikale Form der Konfrontation, die über die klassischen Formen der Demonstration hinaus geht und die Möglichkeit einer breiteren Beteiligung mit sichereren Methoden ermöglicht. Junge Leute sehen, daß der Einsatz ihres vor der Polizei geschützten Körpers klare Wirkungen hat. Die Bewegung wächst. Wir sind nicht eine politische Gruppe, es handelt sich um eine horizontale Bewegung, in der jede Person auf ihre besondere Weise zur Debatte und Organisation beiträgt. Alles ist untereinander verstrickt, es gibt Leute allen Alters. Alte Modelle von Avantgarden und Anführenden sind vorbei."
In einem Flugblatt schreiben sie: "Wir haben uns eine neue Herausforderung gesetzt: aus dem Boden zu sprießen, um uns auf diese Weise in den Aufbau der Gesellschaft einzubringen, um die Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu fördern, die in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Wir wollen uns vom Widerstand in eine Offensive bewegen, hin in die Arena der Träume, der Rechte, der Freiheit, für die Eroberung der Zukunft, die heute den neuen Generationen verweigert wird".
Wie die Zapatistas erkennt Ya Basta, dass die Befreiungsprozesse notwendigerweise kontinuierlich in Frage gestellt und neu definiert werden müssen. "Wir gehen mit Fragen auf unseren Lippen", sagen sie, "nicht mit Befreiungsstrategien, die als absolute Wahrheit festgelegt werden. Diese Tabus, die die Bewegungen der Vergangenheit charakterisiert haben, müssen hinter uns gelassen werden".
Die Rolle der Kommunikation: Die Unsichtbaren sichtbar machen
Die weißen Overalls werden als Symbol der Unsichtbarkeit getragen, als Idee der "nicht-Identität" (siehe "sans papiers", illegalisierte Flüchtlinge). Die Aktionsform hat eine stark symbolische Wirkung und kommunikative Stärke. Für sie entspricht der Aufbau einer Gesellschaft der Praxis einer sicheren Identität, aber mit offenen Beziehungen. Sie versuchen viele anzusprechen und in den Konflikt mit einzubeziehen, dazu wollen sie "Kommunikationsräume gewinnen".
Im April tourten Ya Basta-VertreterInnen aus Mailand durch verschiedene Städte in der BRD:
http://www.de.indymedia.org/2001/04/1531.html Auch hierzulande werden Überlegungen zu neuen Widerstandsformen angestellt:
siehe: 1. Mai - wollen wir kontrollierbar sein?
http://www.de.indymedia.org/2001/04/1321.html Weitere links:
Peoples' Global Action (PGA):
http://www.agp.org Die Gipfeleriegnisse in diesem Sommer:
http://www.gipfelsturm.net Ya Basta:
http://www.yabasta.it/ Tute Bianche:
http://www.tutebianche.org/
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Gegen das kritiklose Abfeiern der Tute Biance
Bei dieser Kritik spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: angefangen bei der verbreiteten Wahlunterstützung für Rifondazione Communista, der parteipolitischen Tätigkeit verschiedener ihrer Führer, ihrem inhaltlichen Reformismus bei gleichzeitigem vordergründigen Militanzgehabe bis hin zum Vorwurf, sie würden körperliche Gewalt gegen andere Linke einsetzen um ihre eigene mediale Dominanz zu sichern.
Ein kurzer Überblick, verbunden mit sehr erhellenden Zitaten einiger Führer von Tute Biance findet sich in der englischen Übersetzung eines Artikels aus der italieninischen anarchistischen Wochenzeitung UMANITA NOVA unter
ktion nicht gleich inhalt
:-)
...nicht so interessant
Tute Biance
Tute Biance
Hey ET
was soll die rumscheisserei ?
wenn es euch nicht passt macht es doch selber besser!
bleib mal ruhig
Schade um Genua
Ein Linker?
antwort an liz
An Heinz
Was denn nun an einer medialen Inszenierung linker Inhalte besonders verwerflich sein soll weiss ich nicht. (und ich würde mal sagen das die TB als linksradikale in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, unabhängig davon was sie nun tatsächlich propagieren). Und auch ohne fertiges linksradikales Theorie-Gebäude, ist es richtig der guten Sache durch Aktionen Gehör zu verschaffen, für unsere Ideen zu werben. Dabei ist es hilfreich, gerade angesichts der Krise und beschränktheit von unabhängigen Medien, dafür zu sorgen das diese Aktionen auch außerhalb der eigenen Szene, in der bürgerl. Presse, Fernsehn, etc. wahrgenommen werden.
Zu den Highlights der medialen Inszenierung zählen für mich z.B. die Tortenwürfe auf diverse Politiker in den USA Anfang der 70er, den Auftritt der Kommune 1 vor Gericht, als dem Richter auf den Tisch gekackt wurde, die beiden Leute aus der Züricher Hausbesetzerszene der 80er, die die Talkshow unterwandert haben, der schwarze Block in Göttingen, die Tutti Bianchi. Allen ist gemein das sie es partiell geschafft haben die radikale Linke in der Öffentlichkeit wahrnehmbar gemacht zu haben. (unabhägig davon, ob sie nun tatsächlich, von dem heutigen Diskussionsstand aus, ein linkes Theorie-Gebäude hatten). Und im übrigen finde ich's immer wieder gut, wenn Bullen auf die Fresse kriegen. Das mögen manche dümmlich finden, ich find es ist am Niveau der hiesigen Linken gemessen, das beste was passieren kann. c u
Zur Kritik
Kommentar zu pooh
An alle BesucherInnen!
nochmals antwort auf liz
was war so im kato los....
strategie der tute bianches und zur genua-vorbereitung erzählt. interessant war die selbsteinschätzung (zb. daß die
aktionsform begrenzt ist) und was bei genua erwartet wird (zusammenstöße mit militär, aber auch 200.000
menschen). am ende gabs noch eine fragerunde, die durch merkwürdige aktionen von einem linksruck-kader (der
rief zum abschluß seinen kiddies zu :"jetzt gehts los" und die rannten ihm wie kücken hinterher) und einem
beton-stalino (beschimpfte die tute bianches und die leute im kato - zum abschied zeigte er einen stinkefinger und
rief irgendwas mit "viva...") aufgeheitert. im anschluß gabs noch einige kleinere gesprächsrunden.
holla, klingt unterhaltsam...