Tute Bianche aus Genua heute in Berlin

nochzuLebzeiten 31.05.2001 16:38
Heute abend ist in Berlin eine Veranstaltung mit zwei VertreterInnen aus Genua, die über das Konzept der tute bianche und die Gegengipfelaktivitäten während des G8-Gipfels in Genua berichten: 19 Uhr 30 im Kato (U-Bhf. Schlesisches Tor).
Zur Einstimmung auf die Veranstaltung zu Genua ein Text über die Aktionsform der Tute Bianche (weissen Overalls):

Die Tute Bianche, Zapatismus und Widerstandskultur in Italien

Spätestens seit den Protesten in Prag anläßlich des IWF/Weltbankgipfels sind die Bilder der Tute Bianche, der weiß gekleideten und gepolsterten AktivistInnen aus Italien, die aussehen wie Michelinfiguren, medial bekannt geworden. Hinter der Aktionsform verbirgt sich eine Suche nach einem Befreiungsprozess aus den Zwängen der kapitalistischen Welt. "Wir sind
eine Armee von TräumerInnen, deshalb sind wir unbesiegbar" schreiben die AktivistInnen auf ihren Transparenten und Broschüren. Nach Prag sind fast 900 AktivistInnen aus Italien mit einem Zug, dem Global Express, gekommen. Davon haben sich ca. 100 aktiv an der Aktion der Tute Bianches beteiligt. Neben ihnen die Medien der ganzen Welt und vor ihnen die Robocops des Staates mit Panzern, Wasserwerfern, Schlagstöcken und Pfefferspray. Die so genannte Demokratie des IWFs und der Weltbank hinter Panzer und Gitter.

Der Körper als Waffe des Zivilen Ungehorsams

"Wenn die Welt zu verkaufen ist, ist rebellieren selbstverständlich". Die Tute Bianches sind gut ausgerüstet und benutzen dazu hauptsächlich billige Materialien und ihre Kreativität: Matratzen, alte Reifen, Baustellenhelme, Rettungsjacken, Armpolster aus Isomatten und Isolierband, Gasmasken, aber auch Luftballons, Wasserpistolen oder selbstgemachte Schutzschilder kann mensch in ihrem Repertoire finden. Wieso? "Gegen eine Welt in der das Geld alles regiert, bleiben uns nur noch unsere Körper, um gegen die Ungerechtigkeit zu rebellieren", meint Don Vitaliano, ein Pfarrer, der auch unter den Tute Bianches zu finden ist. "Wir sind nicht bewaffnet, wir agieren als Menschen und setzen unsere Person ins Spiel. Wir fürchten uns vor der Polizeigewalt, deshalb schützen wir uns."

Diese Aktionsform begann vor knapp einem Jahr in Italien und überraschte alle durch ihren Erfolg. Im Januar 2000 gab es bundesweite Mobilisierungen gegen Abschiebeknäste in Italien. Mehrere zehntausend Menschen sind dafür auf die Straße gegangen. Die Demonstration gegen den Abschiebeknast Via Corelli war ein besonderer Erfolg. Die Tute Bianches hatten ihre
Entschlossenheit angekündigt in den Abschiebeknast hinein zu gelangen und zu schliessen. Die mehrere Tausend Tute Bianches marschierten vorne und mussten stundenlang Auseinandersetzungen mit der Polizei aushalten, bevor diese dann aufgeben musste
und die Leute ins Lager eindringen konnten. Abends kündigte der Innenminister die Schliessung von Via Corelli an.

Die aufgeblasenen Reifen dienen dazu die Schlagstöcke der Robocops rückprallen zu lassen. "Über 150 Tränengaspatronen haben wir bei dieser Aktion gezählt" grinst ein junger Aktivist. Die rauchenden Tränengaspatronen werden in Kisten oder unter Eimer geworfen, um sie zu neutralisieren. Es erinnert an eine Beschreibung Ghandis des zivilen Ungehorsams: ‘Feuer mit Wasser löschen’.

Seither sind Tute Bianches auf vielen Mobilisierungen zu sehen: Antifaschistische Demos, Mobilisierungen gegen den OECD Gipfel in Bologna oder gegen die Eröffnung der Gentech-Weltausstellung in Genua bei der sie bis zum Eingang eingedrungen sind und
die Ausstellung zum Fiasko machten und eine landesweite oeffentliche Debatte erzwungen haben.

Zapatismus, Ya Basta und die Tute Bianches

Ya Basta ist nicht gleich Tute Bianches. Tute Bianche ist hauptsächlich eine Aktionsform und ein Selbstverständnis. Auch in anderen Ländern wurde die Aktionsform übernommen und weiterentwickelt, z.B. in Finnland. In ihr erkennen sich verschiedene Menschen, Gruppierungen und politische Strömungen; und prägen somit die Gestaltung der Form. Ya Basta ist ein Netzwerk von Gruppen, die sich mit dem Aufstand der Zapatistas in mehreren Städten Italiens gebildet haben und eine der politischen Strömungen die zur Kristallisierung der Tutte Bianches beigetragen haben: "Die Zapatistas haben einen wichtigen Beitrag geleistet, mit ihren Ideen Politik zu machen, ohne um die Macht zu kämpfen. Wir versuchen diese Botschaft zu übersetzen und unsere eigene Ausdrucksform zu finden."

Inspiriert wurden die AktivistInnen, als sie selbst bis in den chiapanekischen Dschungel Südmexikos anläßlich eines interkontinentalen Encuentros gereist sind. "Am Anfang haben wir vorhergehende Formen der Direkten Aktion diskutiert, der Sabotage, der revolutionären Gewalt usw. Wir haben daraus geschlossen, dass unter den aktuellen Bedingungen der
Zivilgesellschaft, der Gebrauch unserer Körper als Waffe die Kräfte derjenigen Menschen freisetzen könnte, die zu den alten Formen und Schemen nicht geantwortet haben. Es ist eine kreative Form die andere Seite in ein Problem mit einzubeziehen. Mit gewaltfreien Mitteln der Direkten Aktion bleibt die Sprache der Gewalt auf der Seite der Polizei und des Staates. Klassische Demonstrationen beeindrucken sie nicht mehr, jetzt sind wir als BürgerInnen ungehorsam, sie schlagen zurück, aber wir verteidigen uns. Das veranlässt die Aufmerksamkeit der Menschen und gibt unserem Protest Echo".


Diese konfrontative Haltung macht Sinn: das tiefverwurzelte (Selbst)bild des Staates als Institution, die die Interessen aller vereint, ist im neoliberalen Zeitalter stark am bröckeln, in Italien auf jeden Fall früher als in der BRD. Ein offen in Erscheinung tretender Interessengegensatz zwischen legitimen Bedürfnissen von BürgerInnen und staatlichen Maßnahmen sind eine gute Voraussetzung für emanzipative Prozesse, weg von der Forderung an den Staat, sozial abfedernd zu agieren oder ökonomisch steuernd zu intervenieren mit dem Anspruch, einen Wohlstand für alle zu sichern. "Unser Beitrag ist eine radikale Form der Konfrontation, die über die klassischen Formen der Demonstration hinaus geht und die Möglichkeit einer breiteren Beteiligung mit sichereren Methoden ermöglicht. Junge Leute sehen, daß der Einsatz ihres vor der Polizei geschützten Körpers klare Wirkungen hat. Die Bewegung wächst. Wir sind nicht eine politische Gruppe, es handelt sich um eine horizontale Bewegung, in der jede Person auf ihre besondere Weise zur Debatte und Organisation beiträgt. Alles ist untereinander verstrickt, es gibt Leute allen Alters. Alte Modelle von Avantgarden und Anführenden sind vorbei."

In einem Flugblatt schreiben sie: "Wir haben uns eine neue Herausforderung gesetzt: aus dem Boden zu sprießen, um uns auf diese Weise in den Aufbau der Gesellschaft einzubringen, um die Selbstverwaltung und Selbstorganisation zu fördern, die in den letzten Jahren aufgebaut wurde. Wir wollen uns vom Widerstand in eine Offensive bewegen, hin in die Arena der Träume, der Rechte, der Freiheit, für die Eroberung der Zukunft, die heute den neuen Generationen verweigert wird".

Wie die Zapatistas erkennt Ya Basta, dass die Befreiungsprozesse notwendigerweise kontinuierlich in Frage gestellt und neu definiert werden müssen. "Wir gehen mit Fragen auf unseren Lippen", sagen sie, "nicht mit Befreiungsstrategien, die als absolute Wahrheit festgelegt werden. Diese Tabus, die die Bewegungen der Vergangenheit charakterisiert haben, müssen hinter uns gelassen werden".

Die Rolle der Kommunikation: Die Unsichtbaren sichtbar machen

Die weißen Overalls werden als Symbol der Unsichtbarkeit getragen, als Idee der "nicht-Identität" (siehe "sans papiers", illegalisierte Flüchtlinge). Die Aktionsform hat eine stark symbolische Wirkung und kommunikative Stärke. Für sie entspricht der Aufbau einer Gesellschaft der Praxis einer sicheren Identität, aber mit offenen Beziehungen. Sie versuchen viele anzusprechen und in den Konflikt mit einzubeziehen, dazu wollen sie "Kommunikationsräume gewinnen".

Im April tourten Ya Basta-VertreterInnen aus Mailand durch verschiedene Städte in der BRD:
 http://www.de.indymedia.org/2001/04/1531.html

Auch hierzulande werden Überlegungen zu neuen Widerstandsformen angestellt:
siehe: 1. Mai - wollen wir kontrollierbar sein?
 http://www.de.indymedia.org/2001/04/1321.html

Weitere links:
Peoples' Global Action (PGA):
 http://www.agp.org

Die Gipfeleriegnisse in diesem Sommer:
 http://www.gipfelsturm.net

Ya Basta:
 http://www.yabasta.it/

Tute Bianche:
 http://www.tutebianche.org/
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Ergänzungen

Gegen das kritiklose Abfeiern der Tute Biance

31.05.2001 - 17:06
Während hierzulande Tute Biance abgefeiert werden, gibt es in der antiauritären italienischen Linken massive Kritik an dieser Gruppe.
Bei dieser Kritik spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: angefangen bei der verbreiteten Wahlunterstützung für Rifondazione Communista, der parteipolitischen Tätigkeit verschiedener ihrer Führer, ihrem inhaltlichen Reformismus bei gleichzeitigem vordergründigen Militanzgehabe bis hin zum Vorwurf, sie würden körperliche Gewalt gegen andere Linke einsetzen um ihre eigene mediale Dominanz zu sichern.
Ein kurzer Überblick, verbunden mit sehr erhellenden Zitaten einiger Führer von Tute Biance findet sich in der englischen Übersetzung eines Artikels aus der italieninischen anarchistischen Wochenzeitung UMANITA NOVA unter  http://www.ainfos.ca/en/ainfos06712.html

ktion nicht gleich inhalt

heinz 31.05.2001 - 17:37
alle reden über die erfolgreiche aktionsform der tute bianche. mich würde dabei interessieren, wie die kriterien für erfolg definiert sind. heißt erfolg, die "bullen in schach zu halten" und gar eine erfolgreiche gesellschaftliche veränderung im emanzipatorischen sinne durchgesetzt zu haben oder wie? mich würde das programm der tute bianche mal interessieren. wo wollen die gesellschaftspolitisch hin und aufgrund welcher analyse und - wie sieht die analyse denn aus. nur weil sie militant gegen bullen vorgehen sind sie noch lange nicht revolutionär. kann mir jemand einen tip geben, wo es papiere der tute bianche zu lesen gibt (mein browser öffnet aus sichherheitsgründen - activex - ihre homepage nicht)? ich finde, dass die diskussion darum, was mensch in genua will, sich zunächst im inhalt festzumachen hätte. ohne platte attitüden wie "das sind die schweine" oder "hinter dem faschismus steht das kapital". der zweite schritt ist dann die aktionsform und die bestimmung, was man darüber erreichen will und vor allem auch kann. ein plädoyer, sich alles ein bischen genauer anzuschauen und nicht blindlings jeder spektakulären aktionsform hinterherzuhecheln! solidarität!

:-)

Liz 31.05.2001 - 18:16
Wenn man nicht wie meine Vorschreiberlinge darauf wartet, sich ins gemachte Nest setzen zu können, dann lohnt es sich schon einen genaueren Blick auf die Aktionsformen der "Tutti Bianchi" zu werfen. Die haben nämlich verstanden, das diese Welt eine mediale ist, und das man sich dementsprechend in Szene setzen muss. Und das ist auch das interessante an den TB. Wer weiss hier schon was genaueres über deren Inhalte und Organisationsformen? Und wen interessierts? Es geht doch nicht darum sich die passende Org. rauszusuchen, sondern darum sich alle möglichen Erfahrungen & Praktiken anzuschauen, und dann zu überlegen was und wie was in die eigenen Kämpfe einfließen kann.

...nicht so interessant

flippa 31.05.2001 - 18:38
ich hab die gleiche veranstaltung in köln gesehen, war nicht wirklich toll.

Tute Biance

E T 31.05.2001 - 19:50
Wenn du hier in der Bundesrepublik so wie die aufmarschierst, biste navch den Perfekt Deutschen Gesetzen, von vorne herein Illegal, (Passive Bewaffnung) damit kommst du hier Höchstens einmal, das Erste mal, an den Ort der Demonstrationen, ich erinnere bloss daran das die Ordnungshüter plötzlich bei den Castor Demos anfingen alles was wie Seil oder Sonstiges Kletter oder Fesselgerät aussah.

Tute Biance

E T 31.05.2001 - 19:54
ein zu ziehen, hier in Deutschland kann schon eine Kinderrrassel Illegal sein, wenn man sie für Nicht Genehme zwecke einsetzt, Stur und Perfekt Deutsch, in die Perfekte Krise.

Hey ET

Pooh 31.05.2001 - 20:09
wasn los? Bist ja nicht mehr so aktiv hier! Sag bloß Du gehst jetzt auch ab und zu in die wirkliche Welt hinaus? (nicht böse sein ;-) )

was soll die rumscheisserei ?

peter 31.05.2001 - 20:19
Was soll denn immer diese langweilige scheisserei ? nur weil ihr den arsch nicht hochkriegt um so knorke sachen wie die tuti biance aktionsform zu organisieren braucht ihr doch nicht blöd rumkacken. es ist doch wunderbar wenn die mal den scheiss bullen auf die fresse haun! und wenn es da ein paar bekackte hierachische strukturen gibt. wenn interessiert es ? ist doch richtig gut was die klarkriegen. und was soll denn die scheisse von wegen die würden andere linke vermöbeln? das ist einfach gelogen!
wenn es euch nicht passt macht es doch selber besser!

bleib mal ruhig

31.05.2001 - 20:46
tschuldigung, dass es menschen gibt, die auch nachdenken. du kannst doch auch kritik an gruppen wagen, die du sonst ok findest. oder nich? ich geh jetzt hin zum kato. (beleidige nich gleich irgendwelche leute)

Schade um Genua

Ein Linker 01.06.2001 - 02:19
Ich wollte eigentlich nach Genua fahren, um mit den TBs zusammen zu protestieren. Da ich aber soeben hier bei Indymedia gelesen habe, das die Gruppe "Linksruck" - welche die Busfahrt nach Genua organisiert hat - eine Sekte sein soll, bin ich sehr verunsichert. Ich werde wohl doch nicht nach Genua fahren... Aber ich bin sehr froh, dass ich jetzt endlich aufgeklärt worden bin. VIELEN DANK INDYMEDIA !!

Ein Linker?

Aa 01.06.2001 - 06:16
Scheint nicht so zu sein, denn Du kämpfst ja für Deine Partei und nicht für die Sache. Davon abgesehen stand in erwähnten Text nix von ausgrenzen sondern vom Überlegen, wie damit umgegangen werden soll. Schließlich wollen Deine Freunde uns nach der Revolution umbringen. Ist toll zu sehen, wie Ihr Faschos (anders kann ich euch nicht nennen) auf Kritik reagiert. Wahrscheinlich waren wieder ein paar von Euch bei der Veranstaltung dort und haben versucht die Leute mit Werbung zu belästigen, wie Ihr es immer tut. Ich fahr nache Genua und viel zig tausend auch. Wenn eine Handvoll Sektierer zu Hause bleibt kann ich nichts dafür....

antwort an liz

heinz 01.06.2001 - 10:45
es geht eben nicht nicht nur um praktiken, sondern wohin ich mit diesen praktiken will. wenn der einzige dümmliche selbszweck ist, dass mensch sich freut, wenn die bullen eine drauf kriegen reicht das eben nicht. und wenn ich dann noch darüber "aufgeklärt" werde, dass linksradikale politik heute eben medial vermarktet werden muss, dann frage ich wozu bitte? ich eigne mir also kapitalistische formen an, um revolutionäre inhalte (sind die tute bianche den revolutionär...)rüberzubringen. also dümmer geht´s nimmer. notwendig ist eine inhaltlich-theoretische auseinandersetzung um geselleschaftliche analyse und perspektive. danach kann ich immer noch den cops auf die helme klopfen und mich dann selber feiern. aber: militanz allein ist nicht revolutionär! solidarität

An Heinz

Liz 01.06.2001 - 13:27
Du wirst es aber nicht schaffen, Formen zu wählen, die "Nicht-kapitalistisch" sind, weil es im totalitären Kapitalismus, der ALLE Lebensbereiche durchdringt, eben keine Freiräume geben kann. Auch die von den Autonomen propagierten Freiräume, wie besetzte Häuser oder Zentren, sind letztendlich darauf zurückgeworfen, sich unter kapitalistischen Bedingungen den Erhalt zu sichern. Konsequent zu Ende durchgedacht bedeutet das, wenn man die Erfahrunegn der Linken berücksichtigt, das jeder politikversuch im Kapitalismus verhaftet bleibt.
Was denn nun an einer medialen Inszenierung linker Inhalte besonders verwerflich sein soll weiss ich nicht. (und ich würde mal sagen das die TB als linksradikale in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, unabhängig davon was sie nun tatsächlich propagieren). Und auch ohne fertiges linksradikales Theorie-Gebäude, ist es richtig der guten Sache durch Aktionen Gehör zu verschaffen, für unsere Ideen zu werben. Dabei ist es hilfreich, gerade angesichts der Krise und beschränktheit von unabhängigen Medien, dafür zu sorgen das diese Aktionen auch außerhalb der eigenen Szene, in der bürgerl. Presse, Fernsehn, etc. wahrgenommen werden.
Zu den Highlights der medialen Inszenierung zählen für mich z.B. die Tortenwürfe auf diverse Politiker in den USA Anfang der 70er, den Auftritt der Kommune 1 vor Gericht, als dem Richter auf den Tisch gekackt wurde, die beiden Leute aus der Züricher Hausbesetzerszene der 80er, die die Talkshow unterwandert haben, der schwarze Block in Göttingen, die Tutti Bianchi. Allen ist gemein das sie es partiell geschafft haben die radikale Linke in der Öffentlichkeit wahrnehmbar gemacht zu haben. (unabhägig davon, ob sie nun tatsächlich, von dem heutigen Diskussionsstand aus, ein linkes Theorie-Gebäude hatten). Und im übrigen finde ich's immer wieder gut, wenn Bullen auf die Fresse kriegen. Das mögen manche dümmlich finden, ich find es ist am Niveau der hiesigen Linken gemessen, das beste was passieren kann. c u

Zur Kritik

E T 01.06.2001 - 17:33
Waren ja ein paar Deftike Kritiken dabei, zu 80 Prozent las ich die Bullen auf die Fresse hauen ist Gut, und ich muss sagen, wenn das Alles ist was Links auszeichnet, Prost Mahlzeit, was auch kommen sollte, zwei Sachen kommen bestimmt nicht mehr, Braune Bullen und Gestapo, die Anders denkende in ihehren Folterknästen umbringen, genau wie Linke (Stalinistische) Bullen oder Gestapo, die Anders denkende in ihren Folterknästen umbringen, wenn sich sowas abzeichnen sollte, können sich die Betreffenden aber Warm einpacken.

Kommentar zu pooh

E T 01.06.2001 - 17:39
Ich verbringe vielleicht mehr Zeit Drausse als du, und bestimmt sogar mehr Zeit in Sozialen Randzonen, um mir ein Bild zu machen was sich durchsetzen kann, und was schon beim Ersten Versuch auf die Schnauze fällt, und im Leben nicht wieder aus die Beine kommt.

An alle BesucherInnen!

solidarisch-nörgeln 01.06.2001 - 18:10
Öhm.. wie war denn nun die Veranstaltung?!? Das find ich im Moment ein bischen schade, daß indymedia verdammt viel für Aufrufe benutzt wird, kaum aber für Berichte... ich kann kaum jeden Tag auf drei Demos/Veranstaltungen in Deutschland fahren, würde aber des öfteren trotzdem gerne wissen, was da gelaufen ist! Ausserdem sollte es vielleicht irgendwann mal n eigenen imc-Berlin geben, falls imc weiter expandiert, weil da verdammt viel produziert wird und andere Regionen z.T. schon nach 24 Stunden wieder von der Hauptseite verschwinden...

nochmals antwort auf liz

heinz 01.06.2001 - 19:14
meine starken zweifel, ob über militante aktionsformen linksradikale inhalte vermittel werden können, bestehen nach wie vor. diese beliebigkeit- ich fange jetzt an mich zu wiederholen - würde zu der formel militanz=revolutionär führen. das kannst du doch nicht ernsthaft propagieren. ich weiß auch nicht, ob das so eine gute werbung für die linksradikale bewegung ist, wenn sich mensch denn mal die realpolitik der tute bianche anschaut: zusammenarbeit mit örtlichen staatlichen institutionen, parteimitgliedschaften, funktionärstum bei politikern, die für die konzentrierung von abschiebehäftlingen verantwortlich sind bis hin zur wahlkampfunterstützung für die gruene partei und im extremfall christdemokraten. in mestre läßt mensch sich sein centro sociale von benetton finanzieren und aus verschiedenen städten wird von absprachen mit der polizei vor demonstrationen berichtet - genau wie beim schwarzen block der antifa (m). und noch eins draufgesetzt setzen die tb dann auch mal körperliche gewalt gegen "extremisten" ein, die mollies schmeissen oder scheiben entglasen. du mußt dir schon wirklich ganz schön viel mühe geben, die tb noch als linksradikal darstellen. bestenfalls triffst du hier radikale sozialdemokraten. nicht mehr. ist ja auch o.k., wenn die den cops auf die helme bumpern. nur weiß ich einfach gerne mit wem ich es zu tun habe. ob ich mit solchen leuten an gemeinsamen perspektiven arbeiten möchte? eher nicht, dennoch kann ich mit ihnen demonstrieren. solidarität!

was war so im kato los....

schreibfaul 01.06.2001 - 22:20
was war gestern so los im kato? ca 150 leute waren da. zwischendurch wurden nette videos gezeigt. dann was zur
strategie der tute bianches und zur genua-vorbereitung erzählt. interessant war die selbsteinschätzung (zb. daß die
aktionsform begrenzt ist) und was bei genua erwartet wird (zusammenstöße mit militär, aber auch 200.000
menschen). am ende gabs noch eine fragerunde, die durch merkwürdige aktionen von einem linksruck-kader (der
rief zum abschluß seinen kiddies zu :"jetzt gehts los" und die rannten ihm wie kücken hinterher) und einem
beton-stalino (beschimpfte die tute bianches und die leute im kato - zum abschied zeigte er einen stinkefinger und
rief irgendwas mit "viva...") aufgeheitert. im anschluß gabs noch einige kleinere gesprächsrunden.

holla, klingt unterhaltsam...

ks 02.06.2001 - 01:53
schade, das ich des nicht auch mitnehmen konnte, macht immer wieder spaß sowas...