Berliner Zeitung kontra KÖPI
Die Berliner Zeitung meint in einem Artikel von gestern, die KÖPi in Berlin als grosse Zentrale der "Globalisierungsgegner" ausgemacht zu haben
Mit folgendem Artikel beglückte die Berliner Zeitung gestern ihre LeserInnen:
Berliner Krawalltouristen sitzen in Haft
Verhaftungen in Göteborg
VON ANDREAS KOPIETZ
An den Krawallen am Rande des EU-Gipfels in Göteborg waren auch zahlreiche Berliner beteiligt. Nach Polizeiangaben sitzen noch fünf Steinewerfer in Schweden in Haft. Ihnen wird unter anderem schwere Körperverletzung vorgeworfen. Für solche Straftaten drohen in Schweden bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die Berliner Polizei habe den schwedischen Kollegen die persönlichen Daten der Beschuldigten zur Verfügung gestellt, sagte ein Beamter am Dienstag.
Das "Køpi" ist eine der Zentralen
Zu der Teilnahme an den Protesten in Göteborg hatten auch Berliner linke Gruppen aufgerufen, darunter die Antifaschistische Aktion. Vor allem über das Internet mobilisieren Globalisierungsgegner gegen Treffen internationaler Institutionen wie EU-Gipfel, G 8 oder Weltbank. Einer der betreffenden Internet-Provider befindet sich in Kreuzberg. Er hat die Öffentlichkeitsarbeit für das "Køpi" übernommen. Das Mietshaus an der Köpenicker Straße 137 in Mitte ist eine von mehreren Berliner Zentralen der Globalisierungsgegner geworden. Die Bewohner sind ehemalige Hausbesetzer. Das Gebäude sollte mehrmals zwangsversteigert werden. Doch potenzielle Käufer schreckten bislang zurück, weil sie dann auch die Mietverträge für Punks und Autonome übernehmen müssten. In dem Haus treffen sich inzwischen regelmäßig unter anderem die "Göteborg-Gruppe", die "Barcelona-Gruppe" oder die "Genua-Gruppe". Für den G-8-Gipfel in Genua Ende Juli mobilisiert bereits ein breites Spektrum politischer Initiativen zu Gegenaktivitäten. Die italienische Polizei befürchtet dort schwere Ausschreitungen.
Berliner Krawalltouristen sollen nach Polizeiangaben am vergangenen Wochenende auch in Dresden aktiv gewesen sein. In Internet-Foren wurde dort zu einer Party aufgerufen, die unter dem Motto stand: "Reclaim the streets
Kommentar:
Es gibt sie also wirklich noch, jene Ritter, die nur mit dem Federkiel bewaffnet und beseelt von einer edelen Mission in die Tiefen der Gesellschaft hinab steigen, um der Menschheit Einblick in die Welt der düsteren Mächte zu verschaffen! Und Hand aufs Herz, welcher Journalist träumt nicht davon, einmal den ganz großen Wurf zu landen, die ganz große Konspiration aufzudecken!
Wer dann so kurz vor dem Ziel zu sein scheint wie der Verfasser des nebenstehenden Artikels, dem können dann schon mal die Freudentränen den Blick für Nebensächlichkeiten vernebeln.
Wozu sollte man auch die ungesetzlichen Massenverhaftungen, die Grenzschikanen und Polizeiübergriffe von Göteborg erwähnen, ganz zu schweigen von den 3 durch Polizeischüsse verletzten AktivistInnen? Dies überfordert nur unötig die Leserschaft.
Was allerdings unverzeihlich ist, daß den interessierten LeserInnen die Adresse der geschmähten Website verschwiegen wird.
Wir holen das auf diesem Wege nach:
http://www.gipfelsturm.net.
Auch ansonsten wird mensch nicht gerade mit einem informativen Overkill belastet. Da heisst es lapidar, daß sich "die Genua-Gruppe" träfe. Was sollen wir wohl mit einer derartigen Info anfangen, wenn Ort & Zeit geheimgehalten werden? Auch hier können wir abhelfen: Treffpunkt ist dienstags, 16:00 in der Köpi.
Völlig abstrus und fast nicht mehr nachvollziehbar ist dann der Sprung zu den Ereignissen in Dresden. Was hat das bitte schön mit dem EU-Gipfel in Göteborg zu tun ? Sollte die gemeinsame Klammer die Hypothese sein, daß sich Leute mit windigen Absichten im Internet verabreden, hoffen wir für das nächste Mal konsequenterweise etwas über die Onlinekonferenz der Weltbank, die ihr Treffen in Barcelona abgesagt hat oder das WELCOM-Vidokonferenzsytems des World Economic Forum zu lesen, dessen osteuropäische Sektion sich vom 1. - 3.7. in Salzburg trifft.
Und für alle, die mit dem nebulösen Begriff "Globalisierungsgegner" nichts anfangen können: Am 6.7. um 19:00 wird es in der Köpi eine Vranstaltung über die Politik der G8 geben, auf der sicher deutlich wird, welche Art von "Globalisierung" wir kritisieren. An diesem Tag und am 8.7. wird es auch Workshoptage zur Vorbereitung auf die Proteste von Genua geben. Wo Ihr nähere Infos dazu finden könnt, wisst ihr ja nun.
Ansonsten empfehlen wir dir, lieber Andi, beim nächsten Mal nicht mit den wirklich interessanten Infos zu geizen und immer schön beim Thema zu bleiben. Dann klappts vielleicht auch irgendwann mit dem Pulitzerpreis !
Berliner Krawalltouristen sitzen in Haft
Verhaftungen in Göteborg
VON ANDREAS KOPIETZ
An den Krawallen am Rande des EU-Gipfels in Göteborg waren auch zahlreiche Berliner beteiligt. Nach Polizeiangaben sitzen noch fünf Steinewerfer in Schweden in Haft. Ihnen wird unter anderem schwere Körperverletzung vorgeworfen. Für solche Straftaten drohen in Schweden bis zu zehn Jahre Gefängnis. Die Berliner Polizei habe den schwedischen Kollegen die persönlichen Daten der Beschuldigten zur Verfügung gestellt, sagte ein Beamter am Dienstag.
Das "Køpi" ist eine der Zentralen
Zu der Teilnahme an den Protesten in Göteborg hatten auch Berliner linke Gruppen aufgerufen, darunter die Antifaschistische Aktion. Vor allem über das Internet mobilisieren Globalisierungsgegner gegen Treffen internationaler Institutionen wie EU-Gipfel, G 8 oder Weltbank. Einer der betreffenden Internet-Provider befindet sich in Kreuzberg. Er hat die Öffentlichkeitsarbeit für das "Køpi" übernommen. Das Mietshaus an der Köpenicker Straße 137 in Mitte ist eine von mehreren Berliner Zentralen der Globalisierungsgegner geworden. Die Bewohner sind ehemalige Hausbesetzer. Das Gebäude sollte mehrmals zwangsversteigert werden. Doch potenzielle Käufer schreckten bislang zurück, weil sie dann auch die Mietverträge für Punks und Autonome übernehmen müssten. In dem Haus treffen sich inzwischen regelmäßig unter anderem die "Göteborg-Gruppe", die "Barcelona-Gruppe" oder die "Genua-Gruppe". Für den G-8-Gipfel in Genua Ende Juli mobilisiert bereits ein breites Spektrum politischer Initiativen zu Gegenaktivitäten. Die italienische Polizei befürchtet dort schwere Ausschreitungen.
Berliner Krawalltouristen sollen nach Polizeiangaben am vergangenen Wochenende auch in Dresden aktiv gewesen sein. In Internet-Foren wurde dort zu einer Party aufgerufen, die unter dem Motto stand: "Reclaim the streets
Kommentar:
Es gibt sie also wirklich noch, jene Ritter, die nur mit dem Federkiel bewaffnet und beseelt von einer edelen Mission in die Tiefen der Gesellschaft hinab steigen, um der Menschheit Einblick in die Welt der düsteren Mächte zu verschaffen! Und Hand aufs Herz, welcher Journalist träumt nicht davon, einmal den ganz großen Wurf zu landen, die ganz große Konspiration aufzudecken!
Wer dann so kurz vor dem Ziel zu sein scheint wie der Verfasser des nebenstehenden Artikels, dem können dann schon mal die Freudentränen den Blick für Nebensächlichkeiten vernebeln.
Wozu sollte man auch die ungesetzlichen Massenverhaftungen, die Grenzschikanen und Polizeiübergriffe von Göteborg erwähnen, ganz zu schweigen von den 3 durch Polizeischüsse verletzten AktivistInnen? Dies überfordert nur unötig die Leserschaft.
Was allerdings unverzeihlich ist, daß den interessierten LeserInnen die Adresse der geschmähten Website verschwiegen wird.
Wir holen das auf diesem Wege nach:
http://www.gipfelsturm.net. Auch ansonsten wird mensch nicht gerade mit einem informativen Overkill belastet. Da heisst es lapidar, daß sich "die Genua-Gruppe" träfe. Was sollen wir wohl mit einer derartigen Info anfangen, wenn Ort & Zeit geheimgehalten werden? Auch hier können wir abhelfen: Treffpunkt ist dienstags, 16:00 in der Köpi.
Völlig abstrus und fast nicht mehr nachvollziehbar ist dann der Sprung zu den Ereignissen in Dresden. Was hat das bitte schön mit dem EU-Gipfel in Göteborg zu tun ? Sollte die gemeinsame Klammer die Hypothese sein, daß sich Leute mit windigen Absichten im Internet verabreden, hoffen wir für das nächste Mal konsequenterweise etwas über die Onlinekonferenz der Weltbank, die ihr Treffen in Barcelona abgesagt hat oder das WELCOM-Vidokonferenzsytems des World Economic Forum zu lesen, dessen osteuropäische Sektion sich vom 1. - 3.7. in Salzburg trifft.
Und für alle, die mit dem nebulösen Begriff "Globalisierungsgegner" nichts anfangen können: Am 6.7. um 19:00 wird es in der Köpi eine Vranstaltung über die Politik der G8 geben, auf der sicher deutlich wird, welche Art von "Globalisierung" wir kritisieren. An diesem Tag und am 8.7. wird es auch Workshoptage zur Vorbereitung auf die Proteste von Genua geben. Wo Ihr nähere Infos dazu finden könnt, wisst ihr ja nun.
Ansonsten empfehlen wir dir, lieber Andi, beim nächsten Mal nicht mit den wirklich interessanten Infos zu geizen und immer schön beim Thema zu bleiben. Dann klappts vielleicht auch irgendwann mit dem Pulitzerpreis !
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Ergänzungen
Berliner Zeitung
Die Demo gegen die Residenzpflicht (4000 Leute) oder anderes wurde nie erwähnt. Bei Konflikten mit der Staatsgewalt wird grundsätzlich die Meinung der Polizei (einer Konfliktpartei) übernommen und hin und wieder sogar aufgeblasen. Im Vorfeld zum 1.Mai hat die Berliner Zeitung Eskalaions-Lügen der Polizei übernommen und sogar eigene Hinzugefügt. Im Partnerblatt Kurier (personelle überschneidungen, selber verlag: Gruner+Jahr) wurde sogar gegeifert, die Chaoten planten die arme Polizei mit Kameras abzuschiessen!
Die Berliner Zeitung ist schon zu DDR-Zeiten sehr folgsam gegenüber der Obrigkeit gewesen.
Ich denke, daß bei dem Blatt alle wissen, daß dieser Köpi-Artikel nicht der Wahrheit entspricht. Darum gehts auch gar nicht. Die Zeitung will unterhalten/Geld verdienen und steht für eine bestimmte politische Richtung. (Schon mal aufgefallen, wie lieb die über Diepgen geschrieben haben?)
Redaktion kommt von der FAZ
offiziöses organ