Nazidemo in Leipzig - Standpunkt
Für den 3.11. 12 Uhr hatten sich wieder einmal die Nazis in Leipzig angekündigt. Sie wollten wie schon am 1.9. zum Völkerschlachtdenkmal ziehen - am 1.9. kamen sie 200 Meter. Immerhin mit 2000 hatten sie diesmal geplant - mit 800 marschierten sie dann auch... d.h. zunächst mussten sie am Hauptbahnhof warten, da sie nicht alle Auflagen erfüllen konnten und noch auf 9 Busse aus dem ganzen Bundesgebiet warteten. So gegen 15 Uhr setzten sie sich dann doch in Bewegung - geschützt durch 4000 Polizisten. Nach 50 Metern eine erste Gegendemo aus ein einigen hundert Nazigegnerinnen und -gegnern, darunter nicht wenige, die sich zum ersten Mal auf einer solchen Demo befanden. Mit einer Sitzblockade wollten sie den Nazis den Weg versperren. Diese sollte nicht lange halten - mit unglaublicher Härte wurde diese von der Polizei geräumt und dabei einige Demonstranten verletzt. Als Reaktion flogen vereinzelte Bierflaschen, auf die die Polizei mit Wasserwerfern antwortete und so den Weg frei räumte.
Die Nazidemo konnte weiterziehen - Gegendemonstranten am Straßenrand zeigten mit Sprechchören wie "Kehrt um!", "Nazis raus!" und "200 Meter - weiter kommt Ihr nicht!", dass es in Leipzig keinen Platz für solcherart rückwärtsgewandte Denkweisen gibt.
Am Augustusplatz - auf der Demonstrationsroute gelegen - hatten verschiedene Organisationen, Gewerkschaften und Parteien zu einer friedlichen Blockade aufgerufen. In der ersten Reihe standen namhafte Politiker, Stadträte, Landtagsabgeordnete, Bundestagsabgeordnete und vor allem ältere Demonstranten. In der Hand hielten sie ein Transparent, auf dem 10000 Leipziger gegen Rassismus und Intoleranz unterschrieben hatten. Dahinter eine bunt gemischte Demonstration aus ca. 5000 - 6000 Bürgern von 10 bis 70. Mit "Kehrt um!", "Leipzig ist `ne schöne Stadt, wir haben Faschisten satt!" und "Wir bleiben hier!" wollten sie den Nazis den Weg zurück zum Bahnhof weisen. Dann forderte die Polizei die Demonstranten auf die Straße zu räumen. Der Leipziger OBM Tiefensee, der sich bis dahin ebenfalls in die erste Reihe gestellt hatte, forderte ebenfalls dazu auf und ging zur Seite.
Ein Großteil der Demonstranten blieb dennoch stehen und setzte die friedliche Blockade fort. "Wir bleiben hier!" ertönte abermals - und "Keine Gewalt!". Davon zeigte sich die Polizei nicht sonderlich beeindruckt und versuchte de Demonstration aufzulösen - die Polizisten zerrten einigen (auch älteren) Demonstranten die Köpfe zurück und sprühten Ihnen Pfefferspray ins Gesicht, zogen an den Haaren und pressten sich gegen die Demonstranten; das Transparent mit den Unterschriften gegen Intoleranz wurde von den Polizisten zerschnitten... "Wir sind friedlich! - was seid Ihr?" riefen Demonstranten und hoben als Zeichen dafür die Hände - auf diese friedliche Geste knüppelten Polizisten vereinzelt mit Stöcken auf die Finger. Einigen Demonstranten, denen schlecht geworden war und die nur raus wollten, konnten diese Situation nur auf Seite der Demonstranten verlassen - die Polizisten ließen sie nicht raus.
Dann kam es zu einem vorübergehenden Stopp des Polizeieinsatzes - "Keine Gewalt!"! Doch der Einsatz ging weiter - bei der zweiten Druckwelle wurden Demonstranten rausgezogen, Leute aus dem IG Metall-Wagen, der Musik gespielt hatte, vorübergehend in Gewahrsam genommen und die übrigen Demonstranten zurückgedrängt - zunächst bis die Straße frei war, dann immer weiter... Zeitweise drückten die Polizisten aus drei verschiedenen Richtungen (die kaugummikauenden harten Gesichter wird wohl keiner der Demonstranten so schnell wieder vergessen) - "Wo sollen wir noch hin - hier ist kein Platz mehr...", was aber ungehört bleiben sollte...
Dann war die Straße frei, der OB mischte sich wieder unter die Demonstranten... Die Nazidemo konnte einige Meter weiterziehen, bevor sie auf Grund Zeitüberschreitung umkehren musste und aufgelöst wurde..
Traurig ist, dass man sich auf Grund dieses unverhältnismäßig harten Polizeieinsatzes gegen eine bis zum Ende friedliche Demonstration gar nicht mit den intoleranten und menschenverachtenden Denkweisen der Neofaschisten auseinandersetzen kann. Stattdessen muss man sich die Frage stellen, in wie weit die Polizei es wirklich vermag die Rechte von Bürgern zu schützen und in wie weit sie selbst Risikofaktor wird. Viele erinnerte dieser Polizeieinsatz an längst vergangene Tage - an die Staatsgewalt in der DDR...
auf dem Bild seht Ihr einige der "militanten" Demonstrantinnen...
Die Nazidemo konnte weiterziehen - Gegendemonstranten am Straßenrand zeigten mit Sprechchören wie "Kehrt um!", "Nazis raus!" und "200 Meter - weiter kommt Ihr nicht!", dass es in Leipzig keinen Platz für solcherart rückwärtsgewandte Denkweisen gibt.
Am Augustusplatz - auf der Demonstrationsroute gelegen - hatten verschiedene Organisationen, Gewerkschaften und Parteien zu einer friedlichen Blockade aufgerufen. In der ersten Reihe standen namhafte Politiker, Stadträte, Landtagsabgeordnete, Bundestagsabgeordnete und vor allem ältere Demonstranten. In der Hand hielten sie ein Transparent, auf dem 10000 Leipziger gegen Rassismus und Intoleranz unterschrieben hatten. Dahinter eine bunt gemischte Demonstration aus ca. 5000 - 6000 Bürgern von 10 bis 70. Mit "Kehrt um!", "Leipzig ist `ne schöne Stadt, wir haben Faschisten satt!" und "Wir bleiben hier!" wollten sie den Nazis den Weg zurück zum Bahnhof weisen. Dann forderte die Polizei die Demonstranten auf die Straße zu räumen. Der Leipziger OBM Tiefensee, der sich bis dahin ebenfalls in die erste Reihe gestellt hatte, forderte ebenfalls dazu auf und ging zur Seite.
Ein Großteil der Demonstranten blieb dennoch stehen und setzte die friedliche Blockade fort. "Wir bleiben hier!" ertönte abermals - und "Keine Gewalt!". Davon zeigte sich die Polizei nicht sonderlich beeindruckt und versuchte de Demonstration aufzulösen - die Polizisten zerrten einigen (auch älteren) Demonstranten die Köpfe zurück und sprühten Ihnen Pfefferspray ins Gesicht, zogen an den Haaren und pressten sich gegen die Demonstranten; das Transparent mit den Unterschriften gegen Intoleranz wurde von den Polizisten zerschnitten... "Wir sind friedlich! - was seid Ihr?" riefen Demonstranten und hoben als Zeichen dafür die Hände - auf diese friedliche Geste knüppelten Polizisten vereinzelt mit Stöcken auf die Finger. Einigen Demonstranten, denen schlecht geworden war und die nur raus wollten, konnten diese Situation nur auf Seite der Demonstranten verlassen - die Polizisten ließen sie nicht raus.
Dann kam es zu einem vorübergehenden Stopp des Polizeieinsatzes - "Keine Gewalt!"! Doch der Einsatz ging weiter - bei der zweiten Druckwelle wurden Demonstranten rausgezogen, Leute aus dem IG Metall-Wagen, der Musik gespielt hatte, vorübergehend in Gewahrsam genommen und die übrigen Demonstranten zurückgedrängt - zunächst bis die Straße frei war, dann immer weiter... Zeitweise drückten die Polizisten aus drei verschiedenen Richtungen (die kaugummikauenden harten Gesichter wird wohl keiner der Demonstranten so schnell wieder vergessen) - "Wo sollen wir noch hin - hier ist kein Platz mehr...", was aber ungehört bleiben sollte...
Dann war die Straße frei, der OB mischte sich wieder unter die Demonstranten... Die Nazidemo konnte einige Meter weiterziehen, bevor sie auf Grund Zeitüberschreitung umkehren musste und aufgelöst wurde..
Traurig ist, dass man sich auf Grund dieses unverhältnismäßig harten Polizeieinsatzes gegen eine bis zum Ende friedliche Demonstration gar nicht mit den intoleranten und menschenverachtenden Denkweisen der Neofaschisten auseinandersetzen kann. Stattdessen muss man sich die Frage stellen, in wie weit die Polizei es wirklich vermag die Rechte von Bürgern zu schützen und in wie weit sie selbst Risikofaktor wird. Viele erinnerte dieser Polizeieinsatz an längst vergangene Tage - an die Staatsgewalt in der DDR...
auf dem Bild seht Ihr einige der "militanten" Demonstrantinnen...
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Ergänzungen
Auf dem Bild...
was erwartet ihr vom staat !!!
besonders die letzten sätze finde ich peinlich: "das erinnert an alte ddr zeiten" als hätte westdeutschland nich genug beispiele für repression... an wen wollt ihr euch anbiedern solid leute ???
immer das gleiche
riingriing aufwachen
anbiedern? ist besser als sektierei!
nie wieder zivilgesellschaft
verkloppt gehören die die dazu aufrufen
Bleibt mal locker
Bekämpft erstmal die Faschos, Bullen, den Staat, Vergewaltiger, die CDU, SPD, Grüne, FDP, CASTOR, Bonzen, Kriegsstrategen, Bush, Miethaie.....
Was dann noch mit Solid ist wird man sehen!
nazis und die ddr
SOLID IHR HEUCHLER
Antifa heißt Angriff!
Es soll überall stehen:
PRÜGELT WEG FÜR NAZIS FREI
bis sie es nicht mehr sehen können!
Provos nerven oder sind hier nur Idis am Werk
Zur DDR kann ich sagen, daß Nasen bis zum 17.10.87 (Überfall auf die Zionskirche) einfach totgeschwiegen wurden, und danach hat mensch versucht sie alle in den Knast zu stecken, offiziell wurd aber weiter geleugnet. Wer sich für die Geschichte der Nazis und des antifaschismus in der DDR interessiert, der/die/das kann mal bei www.prenzl.net und dort bei Bandito Rosso nachschauen, die haben dort ein ganz gutes Archiv, durch das mensch auch zu weiterführender Literatur kommt.
Macht dieses Betroffentreffen auf jeden Fall, sowas is wichtig. Öffentlichkeitsarbeit und Diskussionen sind wichtig, damit der Widerstand das näxte mal grösser und nich kleiner wird.
jaja Feindbilder müssen gepflegt werden
Vielleicht könnte mensch ja mal zum Inhalt zurückkommen, ich finde die Schilderung, wie sie dort gegeben wurde, richtig und gut,der Vergleich mit der DDR bezieht sich offensichtlich auf das Vorgehen der Polizei. Wenn mensch dort die, vor allem älteren, "normalen" BürgerInnen gesehen hat, die genauso von der Polizei behandelt wurden, wie wir es sonst nur von "autonomendemos" gewohnt sind, kann einem schon schlecht werden.
Übrigens: Wo waren sie eigentlich die Autonomen, abends um 7 habe ich dort kaum jemanden mehr gesehen.
huhu
www.rappelkistenpartei.de.vu
und es bleibt dabei
faschismus ist keine meinung...
ZUSAMMENHALT
also, erstma die faschos rausschmeissen, was dann kommt können wir dann immernoch diskutieren.
gruß aus berlin hagi
Übergriffe der Poizei?
Ich halte friedliches Demonstrieren immer für wichtig, und wenn sich beide Seiten von den Chaoten und (meinst politisch keine Ahnung habenden) Krawallmachern distanzieren würden, wäre eine Demonstration für alle Beteiligten effektiefer.
antifa heisst was???
ich find es echt ein bisschen scheisse wenn sich die leute die in den verschiedenen antifas organisiert sind, als die einzig waren antifaschisten darstellen!
ich denke, dass jede art von widerstand gegen die nazis gut ist, wie er denn nazis entgegentreten will sollte jeder für sich entscheiden!!!
KEIN FUSSBREIT DEN FASCHISTEN
moin flo :-)
ausserdem war es einigen polizistInnen schon anzusehen, dass ihnen das räumen sichtlich spaß bereitete...
Ich find es gut
So sehen die mal wie schnell es gehen kann, daß man auf ner Demo im Krawall steckt und wie wenig man dann eigentlich dafür kann.
Und die Fernsehbilder fand ich auch gut. Wenn der Bürger im Fernsehn sieht wie ein vermummter Autonomer verkloppt wird oder eine rastafrau weggeschleppt wird, dann paßt das in sein Weltbild.
Wenn nette ältere 60 jährige Männer von der Polizei brutal weggepackt werden, dann sieht das irgendwie anders aus im Fernsehen, es irritiert.
@Flea
Antifa heist linksradiklae Gesselschaftkritik
Mit antifschistischen Grüßen ein nicht antifa aber sympatisant aus Leipzig
Alleinvertretungsanspruch
Antifa ist nicht gleich Antifa. Antifa als jemand, der gegen Faschismus ist, bin auch ich. Antifa als jemand aus diesen Zusammenhängen nicht. Zu sehr nehmen diese nämlich die Methoden derer an, die sie bekämpfen. Gans so, als wären es nicht die Methoden, sondern die Fahne, die bekämpft werden solle. Was ich meine? Lest mal den Link:
HM...
Ihr seit doch sonst immer alle so tollerant, also müsst ihr auch die rechte Meinung akzeptieren.
Und an diesem Tag waren die Nazis nun mal nicht die die Gewalt verübten, sondern die Autonomen die teilweise nur auf Gewalt aus waren.
Die Nazis haben ein Recht auf Versammlungsfreiheit und dies muss der Staat gewährleisten. So ist es nun mal in dieser wunderschönen;-) BRD