Aufruf zum Vorbereitungstreffen des Europäisches Sozialforum ESF

ESF Koordination Österreich und Ungarn 19.04.2002 02:09 Themen: Globalisierung
Aufruf für das Vorbereitungstreffen des Europäischen in
Wien:

Ein anderes Europa für eine andere Welt !

Unsere Bitte, die jeden angeht, ist, seine Stimme zu erheben und sich dem Porto Alegre Prozess anzuschließen. Kommt nach Wien ! Organisiert
Euch im ESF ! Gebt diese Information an andere Organisationen weiter, die mit Euch in Kontakt stehen und von denen Ihr denkt, sie könnten die Ziele der Charta des WSF unterstützen.

Der ungeheure Erfolg des Welt-Sozialforums (WSF) 2002, das zwischen
31. Jänner und 5. Februar dieses Jahres im brasilianischen Porto
Alegre stattgefunden hat, ermutigte das Internationale Komitée des WSF
die Veranstaltung Regionaler Foren auf jedem Kontinent anzuregen, die
sich ihrerseits als Bestandteile des WSF 2003 in Porto Alegre
verstehen sollen.

Gemäß eines Beschlusses der Europäischen WSF-Delegation wird nun das
Europäische Sozialforum (ESF) Ende Oktober/Anfang November in Neapel
oder Florenz stattfinden und im Geist der Prinzipien, wie sie im
Rahmen des WSF in Porto Alegre definiert sind, umgesetzt werden.
Dieses Forum soll ein öffentlicher Raum für alle gemeinschaftlichen
Organisationen, sozialen Bewegungen und Nicht-Regierungsorganisationen
sein, die sich gegen die Auswirkungen des Neoliberalismus, seine
imperial anmutenden Machtstrukturen und jegliche Art der Unterdrückung
stellen und eine gerechte und gleichberechtigte Welt errichten wollen,
die sich nach den menschlichen Grundbedürfnissen gründet.
Gleichermaßen wie das WSF wird auch das Europäische Sozialforum eine
Globalisierung der Emanzipation und der menschlichen Werte einfordern,
die sich in völligem Gegensatz zu den Vorstellungen und Forderungen
des sogenannten globalen Kapitals befinden.

Nachdem die zentral- und osteuropäischen (CEE) Bewegungen und
Organisationen beim Welt-Sozialforum dramatisch unterrepräsentiert
blieben, verpflichtete sich das ESF bei seinem ersten vorbereitenden
Planungstreffen in Brüssel zwischen 9. und 10. März zur Kontaktnahme
und Vernetzung mit der zentral- und osteuropäischen Zivilgesellschaft
und stellt sich zur Aufgabe, diese in den Porto Alegre Prozess
einzubinden. Um die Umsetzung dieses Zieles zu erleichtern, wird
zwischen dem 10. und 12. Mai 2002 in Wien ein Vorbereitungsseminar
stattfinden, das den CEE-Bewegungen die unmittelbare Kontaktaufnahme
zur Integration ermöglichen soll und ihnen Gelegenheit bietet, eigene
Ideen bezüglich der inhaltlichen Bestimmung des ESF einzubringen.

Bei einem Vorbereitungstreffen in Brüssel wurde auch der Vorschlag
geäußert, das ESF als Startschuss für die Verfassung einer
Grundrechtscharta aufzufassen, die insbesondere die Verteidigung der
kollektiven wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Rechten
beinhalten soll. Des weiteren sollen alternative ökonomische
Strukturen diskutiert werden, die eine Herausforderung für die
existierende unnachhaltige wirtschaftliche Weltordnung darstellen
sowie nationale, ethnische, religiöse und sexuelle Minderheiten in
diesen Diskussionsprozess integriert werden.

Ergänzend zu diesem Aktivitätskatalog haben die italienische
Organisationen, die als Gastgeber des ESF fungieren, folgende Punkte
als Rahmenprogramm des ersten Treffens angeregt:

· Schaffung einer Bürger-Charta für Europa, die sich als Gegenmodell
zu den Verfassungsentwürfen der EU versteht
· Formulierung einer Agenda zur Mobilisierung gegen Krieg,
Militarisierung der Politik, der Waffenproduktion und des
Waffenhandels in der EU
· Definition der Rolle Europas in der Welt mit speziellem Augenmerk
auf zentral- und osteuropäische Regionen sowie die Mittelmeerländer
· Organisation von Kulturveranstaltungen und Massendemonstrationen
auf neuen Wegen

Unsere Bitte, die jeden angeht, ist, seine Stimme zu erheben und sich
dem Porto Alegre Prozess anzuschließen. Kommt nach Wien ! Organisiert
Euch im ESF ! Gebt diese Information an andere Organisationen weiter,
die mit Euch in Kontakt stehen und von denen Ihr denkt, sie könnten
die Ziele der Charta des WSF unterstützen.

Zivilgesellschaftliche Organisationen in Österreich und Ungarn haben
die Rolle des Informationskoordinators zwischen den CEE-Bewegungen und
Organisationen und dem Forum übernommen. Jegliche Organisationen, die
Kooperation anstreben oder die Kommunikation mit dem Forum aufnehmen
wollen, sind aufgefordert kurze Zusammenfassungen ihrer inhaltlich
relevanten Vorschläge, mit besonderer Betonung der Bürger-Charta und
der zentral- und osteuropäische Regionen sowie die Mittelmeerländer
bis spätestens Ende April 2002 beizubringen.

Jede Form der Unterstützung und inhaltlichen Beisteuerung oder
zukünftige Kooperationen sind herzlich willkommen, insbesondere Ideen
und Vorstellungen welche zu zukünftigen Kontakten des Forums führen
könnten.

Ab 15. April 2002 wird den InteressentInnen eine homepage mit einem
Anmeldeformular unter der Adresse:  http://www.esf-vienna.org
Und eine zentrale Email-Adresse:  esf.organisation@reflex.at

InteressentInnen aus Österreich können auch Informationen unter der
Telephonnummer: 01/310 88 80 Dw.23 von Mo bis Fr zwischen 10 und 12
Uhr einholen.

Leo Gabriel, Europäisches Sozialforum, Koordination Österreich,
email:  gabriel.lai@magnet.at

Simó Endre, Europäisches Sozialforum, Koordination Ungarn,
email:  simoendre@freemail.hu

Wien und Budapest, 29. März, 2002

WSF Charta der WSF-Prinzipien
 http://www.forumsocialmundial.org.br/eng/qcartas.asp
WSF Internationaler Rat
 http://www.forumsocialmundial.org.br/eng/qconselho.asp
WSF Zukünftige Projekte
 http://www.forumsocialmundial.org.br/eng/resolucoes_cons_intern.asp
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Ergänzungen

Frage

Frager 19.04.2002 - 02:21
Warum findet diese veranstaltung eigentlich zur selbn Zeit wie das Buko statt? Es gibt in Berlin nämlich Gerüchte, daß bestimmte Leute damit rausgehalten werden sollen. Ich hoffe, daß es nur Gerüchte sind, da diese Sache extrem wichtig sein könnte und nur eine Vielfalt verschiedener Ansätze (egal ob radikal oder reformistisch), die sich gegenseitig aktzeptieren, kann zum Erfolg führen.

noch ne Frage

Fragerich 19.04.2002 - 04:12
Wenn eine breitere Beteiligung von Osteuropäischen Gruppen und AktivistInnen gewünscht ist, warum soll dann das geplante Europäische Sozialforum dann zur selben Zeit stattfinden wie die NATO-Tagung in Prag (November 2002? Viele Osteuropäischen Gruppen beteiligen sich ander Mobilisierung. Oder ist die Antikriegsbewegung kein gewünschter Bestandteil der Globalisierungkritischehn Bewegung?

Termine und andere Probleme

antispalter 19.04.2002 - 11:35
Bekanntlich wird der genaue Termin des ESF erst noch festgelegt. Es ist kaum anzunehmen, dass Prag dabei nicht berücksichtigt wird.

Es wird außerdem immer Termine geben, an denen irgendwo anders auch etwas los ist: und das ist gut so.

Was soll diese Gerüchteküche? Kann es sein, dass hier jemandem die ganze Chose nicht passt?