Bericht von der gestrigen 1. Mai-Veranstaltung in Berlin
Gestern fand im SO36 in Kreuzberg eine Podiumsveranstaltung der Wochenzeitung Jungle World und der Stiftung Netzwerk zum 1. Mai statt. Dabei wurden auch Infos zum Verbot der 18 Uhr Demo bekanntgegeben.
Gestern fand im SO36 in Kreuzberg eine Podiumsveranstaltung der Wochenzeitung Jungle World und der Stiftung Netzwerk zum 1. Mai statt. Es kamen über 400 Leute und die Atmosphäre war überraschend ruhig und konzentriert, was bei der ganzen aufgehitzten Stimmung in der Stadt echt verwundert. Es gab weder eine Schlammschlacht gegen die 16 Uhr-Demo, noch wurden sich an der Israel/Palästina-Frage die Köpfe eingeschlagen. Schön, dass es auch mal so geht.
Auf dem Podium saßen Prof. Peter Grottian, der Buchautor Tomas Lecorte (FelS), Ivo Bozic von der Jungle World, jemand von der AAB, Angela Marquardt von der PDS und die beiden MC's Bruder und Kronstädter von Das Department. Jutta Ditfurth hatte leider kurzfristig abgesagt und Leute vom 16-Uhr-Bündnis hatten ihre Teilnahme abgelehnt.
Die Debatte war teilweise leider etwas inhaltsfrei, wie man es beim 1. Mai nicht anders erwartet. Ausgerechnet Grottian brachte noch am meisten inhaltliche Aspekte rein. Er verteidigte das Personenbündnis und erklärte, dass sein Anliegen nicht die Befriedung des 1. Mai gewesen sei. Speziell von dem Fels-Vertreter und dem Jungle-Moderator wurde das Konzept jedoch auch kritisert. Einbindung/Intergration sei nur die andere Seite der Repression. Beides seien Stratgien des Systems zur Bekämpfung radikaler Kritik.
Allerdings waren sich alle einig, dass das Personenbündnis - ob nun zivilgesellschaftliches Befriedungsprojekt oder nicht - von seinen Kritikern des 16-Uhr-Bündnisses total überschätzt und worden sei. Und die Kritik an Grottian und dem Personenbündnis sei völlig überzogen gewesen. Angela Marquardt berichtete aus "national befreiten Zonen" im Osten, wo sich die Bündnis-Frage noch einmal ganz anders stelle und wo es gar keine "-bürgerlich-liberale" Zivilgesellschaft gebe, die man kritisieren könne. Über die Bedeutung des 1. Mai erklärte der FelS-mensch, der 1. Mai habe in Berlin deshalb so eine Bedeutung, weil er die maximale Mobiliserungsfähigkeit der autonomen, bzw. linksradikalen Szene symbolisiere.
Es wurde berichtet, dass Polizei und Innensenator Körting ein Totalverbot für den Bezirk Mitte ausgesprochen haben. So dass die 18-Uhr-Demo vermutlich nicht am Rosa-Luxemburg-Platz starten kann. Noch liegt der Auflagenbescheid jedoch nicht vor. Angela Marquardt kündigte an, dass sie - wenn sich dieses Verbot bestätigen sollte - eine Demo gegen das Demoverbot durch Mitte anmelden werde. Was ihre Genossen von der Berliner PDS dazu sagen werden, verriet sie leider nicht.
Jedenfalls war ich froh, dass die Emotionen mal nicht so hoch schlugen (von dem üblichen fünf-Minütigem Schrei-Einsatz der RIM mal abgesehen) und zumindest die richtigen Themen einmal angesprochen und zur Diskussion gestellt wurden. Auch wenn die Diskussion selbst dann eher etwas flach war. Aber so ist das wohl am 1. Mai.
Auf dem Podium saßen Prof. Peter Grottian, der Buchautor Tomas Lecorte (FelS), Ivo Bozic von der Jungle World, jemand von der AAB, Angela Marquardt von der PDS und die beiden MC's Bruder und Kronstädter von Das Department. Jutta Ditfurth hatte leider kurzfristig abgesagt und Leute vom 16-Uhr-Bündnis hatten ihre Teilnahme abgelehnt.
Die Debatte war teilweise leider etwas inhaltsfrei, wie man es beim 1. Mai nicht anders erwartet. Ausgerechnet Grottian brachte noch am meisten inhaltliche Aspekte rein. Er verteidigte das Personenbündnis und erklärte, dass sein Anliegen nicht die Befriedung des 1. Mai gewesen sei. Speziell von dem Fels-Vertreter und dem Jungle-Moderator wurde das Konzept jedoch auch kritisert. Einbindung/Intergration sei nur die andere Seite der Repression. Beides seien Stratgien des Systems zur Bekämpfung radikaler Kritik.
Allerdings waren sich alle einig, dass das Personenbündnis - ob nun zivilgesellschaftliches Befriedungsprojekt oder nicht - von seinen Kritikern des 16-Uhr-Bündnisses total überschätzt und worden sei. Und die Kritik an Grottian und dem Personenbündnis sei völlig überzogen gewesen. Angela Marquardt berichtete aus "national befreiten Zonen" im Osten, wo sich die Bündnis-Frage noch einmal ganz anders stelle und wo es gar keine "-bürgerlich-liberale" Zivilgesellschaft gebe, die man kritisieren könne. Über die Bedeutung des 1. Mai erklärte der FelS-mensch, der 1. Mai habe in Berlin deshalb so eine Bedeutung, weil er die maximale Mobiliserungsfähigkeit der autonomen, bzw. linksradikalen Szene symbolisiere.
Es wurde berichtet, dass Polizei und Innensenator Körting ein Totalverbot für den Bezirk Mitte ausgesprochen haben. So dass die 18-Uhr-Demo vermutlich nicht am Rosa-Luxemburg-Platz starten kann. Noch liegt der Auflagenbescheid jedoch nicht vor. Angela Marquardt kündigte an, dass sie - wenn sich dieses Verbot bestätigen sollte - eine Demo gegen das Demoverbot durch Mitte anmelden werde. Was ihre Genossen von der Berliner PDS dazu sagen werden, verriet sie leider nicht.
Jedenfalls war ich froh, dass die Emotionen mal nicht so hoch schlugen (von dem üblichen fünf-Minütigem Schrei-Einsatz der RIM mal abgesehen) und zumindest die richtigen Themen einmal angesprochen und zur Diskussion gestellt wurden. Auch wenn die Diskussion selbst dann eher etwas flach war. Aber so ist das wohl am 1. Mai.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Lahme Diskussion
podium auch öde
Jetzt aber Schluss
schade
Hamburg rockt am 30. April
na super
Ick fands juut
Aber is ja auch egal, wie man die Veranstaltung fand, wichtiger wäre es zu erfahren, ob es schon Neues bezüglich des Demo-Verbots gibt und wo nun die NPD-Demo laufen wird. Bitte haltet uns auf dem laufenden, wer auch immer da den Überblick hat!
EIntritt/ Taschenkontrolle
Und bei der Tachenkontrolle am EIngang kam ich mir vor wie bei einer Bullenkontroller vor einer Demo.
Irgendwie eine komisch abend gewesen!
Neue Marktlücke?!
Infos zum 1. Mai Berlin/Kreuzberg!
Dort gibts auch viele inhaltliche Diskussionspapiere gerade zum auf der JungleWorld diskutierten Thema.
SO36 halt
@matermindchaos
Also det näxte mal besser Erkundigen
Mit Revolutionären Grüßen
erst denken
grrr
was ist eigentlich "RIM"?
und dazu
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH
scheisse auch ,
Eintritt/ Taschenkontrolle/SO36
@asselpunk: bloße Diskussionsveranstaltung – was soll denn das heißen? Meinst Du eine solche Veranstaltung vorzubereiten mache keine Arbeit? Taschenkontrolle hätte ich auch gemacht, denn bei den abgedrifteten Flügeln, die sich alle den 1.Mai als ihren Kampftag ausgesucht haben, könnten auch böswillige Gegner von Podiumsfraktionen dabei sein.
@ auch pank: Bei einer Veranstaltung in der Größe fällt nicht nur Miete an Darling. Betrifft Dosenbier etc.: Der Veranstaltungsort SO36 ernährt die eine oder andere, die dort arbeitet, reich ist dort noch niemand geworden. Ein Umlagenkonzept sponsert auch nicht so gut besuchte oder politische Veranstaltungen, aber nicht alles, andauernd und zum Nulltarif, das esso ist kein Dukatenscheißer. Jetzt kannst Du sagen: Arbeit sei eh Scheiße ... . aber das wär’ ein anderes Thema. (und vor allem nicht meins)
RIM extrem gewalttätig gegen Linke??
Nicht Leugnen, RIMler!
Mao fährt nun auch noch Auto...
Was Du da erzählst, sagt mir nicht viel, außer vielleicht "1992/93"... Da kenn ich aber eine etwas andere Variante als das, was Dir da offensichtlich vorschwebt.
Der Begriff "Autokom" ist mir zwar neu, aber wenn das von so einem netten Menschen wie Dir kommt, nehme ich das natürlich gerne an...
jaja
was die biherigen komentare zur rim angeht: sie stimmen nicht.
hetze mehr nicht.
naja gibt ja auch unbeliebte antifagruppen hihi
Peinlich die RIM