Aktionstag gegen Coca Cola

kolumbienkampagne 22.07.2002 12:57
Coca Cola sucks - Internationaler Protesttag gegen die Politik des Getränkekonzerns in Kolumbien und anderen lateinamerikanischen Ländern - Aktionen in Berlin, Potsdam, Hamburg und Wuppertal - Supported by: 2. Weltsozialforum
Unterstützt vom 2. Weltsozialforum findet heute (22. Juli) ein internationaler Aktionstag gegen die Gewalt transnationaler Konzerne statt.

In BERLIN will die KOLUMBIENKAMPAGNE mit Unterstützung des AK Internationalismus der IG METALL in diesem Zusammenhang um 17 Uhr vor der Coca Cola Zentrale in der Friedrichstraße 68 demonstrieren (U-Bahnhof Stadtmitte). In HAMBURG ruft SAVE THE PLANET ebenfalls um 17 uhr in der Ottensener Hauptstraße (Spitzenplatz) zu einer Kundgebung auf. In WUPPERTAL organisieren KollegInnen vom Chemiekreis eine Info-Aktion in der Innenstadt. Darüber hinaus wird es u. a. auch in Belgien, der Schweiz, Italien, Brasilien, Großbritannien und Frankreich zu Aktionen kommen. In ATLANTA / USA findet eine von US-Gewerkschaften organisierte öffentliche Anhörung zu den Vorwürfen statt.

Konkreter Aufhänger ist die Politik des Getränkekonzerns Coca Colas. In den lateinamerikanischen Abfüllfabriken des transnationalen Unternehmens wird ein regelrechter Krieg gegen gewerkschaftliche Organisierung geführt - und das nicht erst seit gestern.

Bereits in den 80er Jahren war Coca Cola international unter Druck geraten, weil in Guatemala Gewerkschafter des Unternehmens umgebracht worden waren. 1996 folgte das Massaker von Carepa, mit dem die Betriebsgewerkschaft in der nordkolumbianischen Abfüllfabrik von Coca Cola völlig zerstört wurde. Insgesamt gab es seit 1990 mehr als 100 Angriffe, Anschläge und Drohungen gegen die kolumbianische Nahrungsmittelgewerkschaft SINALTRAINAL. Und auch in Peru wurden die Bemühungen - nach langen Jahren ohne Gewerkschaft - wieder eine Arbeitervertretung bei Coca Cola aufzubauen in diesem Jahr durch einen Mord an einem Aktivisten "beendet".

Das Ziel dieser Politik liegt auf der Hand: Weitere Flexibilisierung der Arbeitsverträge. Soll heißen: niedrigere Löhne, keine Festanstellungen mehr.

Coca Cola zieht sich darauf zurück, dass die lateinamerikanischen Abfüller vom Konzern unabhängig seien. Da das Label "Coca Cola" jedoch hauptsächlich über Lizenzvergaben funktioniert, ist das eine ziemlich idiotische Erklärung. Coca Cola hätte selbstverständlich alle Mittel in der Hand, die Mordpolitik, die ihre Lizenznehmer verfolgen, zu unterbinden und für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Wir werden Coca Cola so lange unter Druck setzen, bis sich der Konzern dieser Verantwortung stellt.

Wer sich weiter informieren will:

www.kolumbienkampagne.de

In der jungen welt, konkret und taz erschienen dieser Tage auch Artikel zum Thema:

www.jungewelt.de/2002/07-20/021.php
 http://www.linkeseite.de/Texte/diverses/1093.htm
 http://www.taz.de/pt/2002/07/22/a0086.nf/text

Die Kolumbienkampagne wird bislang unterstützt von (und sucht weiteren Support):

Callcenteroffensive Berlin, Labournet, Chemiekreis Wuppertal, Solidaritätsnetzwerk (ISNRSI), TIE, FELS-Berlin, Ulla Jelpke und Carsten Hübner (MdB-PDS), Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, Yavuz Fersoglu (PDS-Hamburg), Gruppe fidi.direct in verdi, Citi-Critic e.v. (Verein zur Förderung von Demokratie in Arbeitswelt und
Gesellschaft), FDCL-Berlin (Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika), Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin, Linkes Bündnis Dortmund, Wissenschaftlich-humanitäres Komitee (Regionalgruppe Ruhr), Astrid Keller (Stadtrat Dortmund), Lateinamerikanachrichten, Save the Planet (Hamburg), Professor Wolfgang Fritz Haug, Infobüro Nicaragua, CUBA SI, Rote Hilfe e. V., Kolumbien-Gruppe Berlin, ASW (Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt), Gruppe BASTA Münster, DJ-Crew LUCHA AMADA, Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, FAU Berlin
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Ergänzungen

Gelungener Aktionsvorschlag!

Coffein 22.07.2002 - 13:56
Hi ich finde es sehr begruessenswert, dass solche aktionen geplant und durch gefuehrt werden. mir kommt das ganze nur etwas verlogen vor, den zu so einer kampagne koennte auch der aufruf zaehlen den konzern zu boykotieren. das ist zwar eine berechtigte forderung(die zwar niemals umgesetzt wird), nur wird in diversen az´s, oder linken laeden das "ImperialistInnen Gesoeff" verkauft.

Cola in linken Läden

Dr. Pepper 22.07.2002 - 18:44
Wie Adorno schon so richtig sagte: "Es gibt kein richtiges Leben in Flaschen."