ESF: autonomer Raum in Florenz
Vorschlag zur Diskussion über eine Schaffung eines autonomen Raumes in bezug auf das Europäische Sozialforum (ESF) in Florenz
Als Teil der Treffen, die im Rahmen von Peoples' Global Action (PGA) beim Grenzcamp in Strasbourg vorgeschlagen wurden, haben Gruppen aus verschiedenen Orten in Europa (Spanischer Staat, Italien, Finnland, usw.) darüber gesprochen, wie sich unsere Bewegungen, Gruppen und Netzwerke zum Europäischen Sozialforum positionieren sollten, das vom 6. bis 10. November in Florenz stattfindet.
Wir haben uns auf die Initiative verständigt, einen konkreten Raum zu schaffen, für all jene die traditionell mit dezentralen, horizontalen, basisversammlungsorientierten und antiautoritären Strukturen arbeiten; ein Raum der die Autonomie wahrt in Bezug auf den "offiziellen" Raum des ESF, aber gleichzeitig verknüpft ist, um eine spezifische Art der Intervention zu erlauben. Dies heißt konkret, mit einem Bein draußen zu sein und mit einem Bein im ESF (das erstere, auf jeden Fall, mit zwei Füssen ;-)).
Dieser Vorschlag entstammt kollektiven Überlegungen die immer noch offen sind in nahezu jeder Hinsicht. Wir fassen sie hier zusammen, um einige der Ideen zu umschreiben und eine partizipatorische Debatte und Prozeß beim Aufbau dieser Initiative zu ermöglichen:
- Der Beschluß zum ESF im November in Florenz wurde beim letzten Weltsozialforum in Porto Alegre gefaßt. Seither wurde der Prozeß durch Vorbereitungstreffen in verschiedenen europäischen Städten fortgesetzt. Auf dem Papier ist der Prozeß offen und partizipatorisch, aber viele von uns denken daß das ESF und dessen Vorgehensweisen in der Praxis von politischen Kulturen geformt werden die weniger partizipatorisch sind.
Das ESF wird sicher ein Moment der starken Sichtbarkeit in Europa sein von dem wir nicht völlig losgelöst sein sollten. Die Idee der Schaffung eines autonomen Raumes anläßlich des ESF soll einen Raum schaffen mit dem wir uns bezüglich Form und Inhalt mehr identifiziert fühlen um an diesem Moment der Sichtbarkeit teilzunehmen, bei einem Treffen das Tausende von Menschen zusammen bringen wird.
- Dieser autonome Raum soll die Vielfalt der Bewegung der Bewegungen sichtbar machen, aber auch unsere unüberbrückbaren Differenzen in Bezug auf die Modelle die den Kapitalismus reformieren wollen. Dieser Raum sollte nicht nur Unterschiede bezüglich der "Inhalte" des ESF-Programms thematisieren, sondern auch bezüglich des Organisationsmodells und der Aktionsformen: die Teilhabe in Florenz durch verschiedene Aktionen ist ein grundsätzlicher Bestandteil, zusammen mit Treffen und Diskussionen.
- Wir denken daß dieser Raum nicht ausschließlich parallel existieren sollte, außerhalb des ESF, was unsere Unsichtbarkeit bedeuten würde; wir (Anm. der Übers.: einige von uns) werden beim offiziellen ESF auftauchen. Dies könnte geschehen durch:
1. Interventionen zu thematischen Vorschlägen im offiziellen Programm,
2. Anregung neuer Themen,
3. Diskussion/ Kritik des ESF selbst als politisches und organisatorisches Modell.
Es muß immer noch über die Wege dazu nachgedacht werden die a) unsere Autonomie und Gleichberechtigung betonen und nicht zulassen, daß wir als eine Art "Juniorprozeß" im Rahmen des ESF dargestellt werden und b) sichtbar sind in den ESF- Vorgängen.
Eine andere unserer Fragen ist die Gestaltung des Prozesses für die Schaffung dieses Raums. Konkrete Vorschläge:
- Wir schlagen vor, die Diskussion bei der Europäischen Konferenz von Peoples' Global Action (PGA) in Leiden fortzusetzen (
http://www.pgaconference.org), da viele Gruppen die in Strasbourg waren daran teilnehmen werden. Wir hoffen in Leiden auf eine breite und vielfältige Teilnahme.
Ein weiteres Treffen könnte Anfang Oktober in Barcelona sein und/oder in Florenz in den Wochen vor dem ESF um den autonomen Raum weiter zu gestalten.
- Leute aus Florenz, die Toskanische Antagonistische Bewegung, haben schon seit einiger Zeit eine Idee diskutiert, die Stadt zu besetzen, außerhalb des offiziellen ESF-Programms, durch Thematische Plätze, offene Debatten und Versammlungen auf den Plätzen von Florenz. Sie schlagen vor, daß ihre Gruppe einen großen Teil der logistischen Arbeit übernehmen könnte um Versammlungsorte und Schlafplätze zu organisieren.
- Zusammen mit der Idee der Thematischen Plätze, wurden weitere Ideen von verschiedenen Bewegungen und Gruppen vorgeschlagen, z.B. die erneute Durchführung des Intergalaktika- Treffens in Florenz, das in Porto Alegre stattfand. Kollektiv soll ein autonomer Raum gestaltet werden, der offen ist für viele weitere Laboratorien von politischen Diskussionen und Praxen.
- Auf jeden Fall ist die grundsätzliche Frage nach Logistik und Finanzen für den autonomen Raum in Florenz noch offen. Es handelt sich nicht nur um eine praktische, sondern auch politische Debatte.
Der territoriale Kontext des ESF: ein heißer Herbst in Italien. Es wird juristische Prozesse zu Genua 2001 geben, und auch einen weiteren Generalstreik. Es gibt eine allgemeine Einschätzung unter antagonistischen Bewegungen daß wir uns an einer Wegmarke befinden. Deshalb sollten wir uns in Florenz in diesem autonomen Raum versammeln um unsere Vielfalt aufzuzeigen und die Kollektivität unserer Arbeit stärken, und soziale und politische Kämpfe diskutieren.
Wir (Diskutierende beim Grenzcamp in Strasbourg am 28.7.) rufen alle auf, nach Leiden zu kommen und unter anderem diesen Vorschlag zu diskutieren.
Europäische Konferenz von Peoples' Global Action (PGA) in Leiden, 31.8.-4.9.:
http://www.pgaconference.org
ESF: Ein anderes Europa ist möglich:
http://www.fse-esf.org
Kritik am ESF:
http://web.inter.nl.net/users/Paul.Treanor/esf.html
Kritik am Weltsozialforum (WSF):
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf/
Torten zum Abschluß in Porto Alegre:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf/torten.htm
Bundesweite Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des ESF:
http://www.dsf-gsf.de
Weltsozialforum 2003:
http://www.weltsozialforum.de
Wir haben uns auf die Initiative verständigt, einen konkreten Raum zu schaffen, für all jene die traditionell mit dezentralen, horizontalen, basisversammlungsorientierten und antiautoritären Strukturen arbeiten; ein Raum der die Autonomie wahrt in Bezug auf den "offiziellen" Raum des ESF, aber gleichzeitig verknüpft ist, um eine spezifische Art der Intervention zu erlauben. Dies heißt konkret, mit einem Bein draußen zu sein und mit einem Bein im ESF (das erstere, auf jeden Fall, mit zwei Füssen ;-)).
Dieser Vorschlag entstammt kollektiven Überlegungen die immer noch offen sind in nahezu jeder Hinsicht. Wir fassen sie hier zusammen, um einige der Ideen zu umschreiben und eine partizipatorische Debatte und Prozeß beim Aufbau dieser Initiative zu ermöglichen:
- Der Beschluß zum ESF im November in Florenz wurde beim letzten Weltsozialforum in Porto Alegre gefaßt. Seither wurde der Prozeß durch Vorbereitungstreffen in verschiedenen europäischen Städten fortgesetzt. Auf dem Papier ist der Prozeß offen und partizipatorisch, aber viele von uns denken daß das ESF und dessen Vorgehensweisen in der Praxis von politischen Kulturen geformt werden die weniger partizipatorisch sind.
Das ESF wird sicher ein Moment der starken Sichtbarkeit in Europa sein von dem wir nicht völlig losgelöst sein sollten. Die Idee der Schaffung eines autonomen Raumes anläßlich des ESF soll einen Raum schaffen mit dem wir uns bezüglich Form und Inhalt mehr identifiziert fühlen um an diesem Moment der Sichtbarkeit teilzunehmen, bei einem Treffen das Tausende von Menschen zusammen bringen wird.
- Dieser autonome Raum soll die Vielfalt der Bewegung der Bewegungen sichtbar machen, aber auch unsere unüberbrückbaren Differenzen in Bezug auf die Modelle die den Kapitalismus reformieren wollen. Dieser Raum sollte nicht nur Unterschiede bezüglich der "Inhalte" des ESF-Programms thematisieren, sondern auch bezüglich des Organisationsmodells und der Aktionsformen: die Teilhabe in Florenz durch verschiedene Aktionen ist ein grundsätzlicher Bestandteil, zusammen mit Treffen und Diskussionen.
- Wir denken daß dieser Raum nicht ausschließlich parallel existieren sollte, außerhalb des ESF, was unsere Unsichtbarkeit bedeuten würde; wir (Anm. der Übers.: einige von uns) werden beim offiziellen ESF auftauchen. Dies könnte geschehen durch:
1. Interventionen zu thematischen Vorschlägen im offiziellen Programm,
2. Anregung neuer Themen,
3. Diskussion/ Kritik des ESF selbst als politisches und organisatorisches Modell.
Es muß immer noch über die Wege dazu nachgedacht werden die a) unsere Autonomie und Gleichberechtigung betonen und nicht zulassen, daß wir als eine Art "Juniorprozeß" im Rahmen des ESF dargestellt werden und b) sichtbar sind in den ESF- Vorgängen.
Eine andere unserer Fragen ist die Gestaltung des Prozesses für die Schaffung dieses Raums. Konkrete Vorschläge:
- Wir schlagen vor, die Diskussion bei der Europäischen Konferenz von Peoples' Global Action (PGA) in Leiden fortzusetzen (
http://www.pgaconference.org), da viele Gruppen die in Strasbourg waren daran teilnehmen werden. Wir hoffen in Leiden auf eine breite und vielfältige Teilnahme. Ein weiteres Treffen könnte Anfang Oktober in Barcelona sein und/oder in Florenz in den Wochen vor dem ESF um den autonomen Raum weiter zu gestalten.
- Leute aus Florenz, die Toskanische Antagonistische Bewegung, haben schon seit einiger Zeit eine Idee diskutiert, die Stadt zu besetzen, außerhalb des offiziellen ESF-Programms, durch Thematische Plätze, offene Debatten und Versammlungen auf den Plätzen von Florenz. Sie schlagen vor, daß ihre Gruppe einen großen Teil der logistischen Arbeit übernehmen könnte um Versammlungsorte und Schlafplätze zu organisieren.
- Zusammen mit der Idee der Thematischen Plätze, wurden weitere Ideen von verschiedenen Bewegungen und Gruppen vorgeschlagen, z.B. die erneute Durchführung des Intergalaktika- Treffens in Florenz, das in Porto Alegre stattfand. Kollektiv soll ein autonomer Raum gestaltet werden, der offen ist für viele weitere Laboratorien von politischen Diskussionen und Praxen.
- Auf jeden Fall ist die grundsätzliche Frage nach Logistik und Finanzen für den autonomen Raum in Florenz noch offen. Es handelt sich nicht nur um eine praktische, sondern auch politische Debatte.
Der territoriale Kontext des ESF: ein heißer Herbst in Italien. Es wird juristische Prozesse zu Genua 2001 geben, und auch einen weiteren Generalstreik. Es gibt eine allgemeine Einschätzung unter antagonistischen Bewegungen daß wir uns an einer Wegmarke befinden. Deshalb sollten wir uns in Florenz in diesem autonomen Raum versammeln um unsere Vielfalt aufzuzeigen und die Kollektivität unserer Arbeit stärken, und soziale und politische Kämpfe diskutieren.
Wir (Diskutierende beim Grenzcamp in Strasbourg am 28.7.) rufen alle auf, nach Leiden zu kommen und unter anderem diesen Vorschlag zu diskutieren.
Europäische Konferenz von Peoples' Global Action (PGA) in Leiden, 31.8.-4.9.:
http://www.pgaconference.org ESF: Ein anderes Europa ist möglich:
http://www.fse-esf.org Kritik am ESF:
http://web.inter.nl.net/users/Paul.Treanor/esf.html Kritik am Weltsozialforum (WSF):
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf/ Torten zum Abschluß in Porto Alegre:
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agp/free/wsf/torten.htm Bundesweite Arbeitsgruppe zur Vorbereitung des ESF:
http://www.dsf-gsf.de Weltsozialforum 2003:
http://www.weltsozialforum.de
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Ergänzungen
Etwas Verwunderung ob d. Bezeichnung Spaniens
Wichtiges Treffen
Hoffnung macht mir auf jeden Fall der Ansatz, sich nicht von den anderen abzugrenzen. Ich mag attac oder linksruck oder dogmatische Kommie-Strömungen auch nicht besonders, Abgrenzung verhindert aber, daß was erreicht werden kann und macht einem selbst zu einer Sekte unter vielen.
Apropos... An galactica: Ich denke, Du weisst, warum das "Spanische Staat" so betont wird, Du kommst hat mit dem Verständnis einiger Leute nicht klar, weil die Frechheit haben, anders zu denken als Du. Ich selbst hätte allerdings auch "Spanien" geschrieben, da ich "Spanien", "Finnland" etc. immer nur als staatliche Gebilde wahrnehme.
Selbstverständlich sind alle Staaten...