Venezuela: Arme halten weiter zu Chavez

philipp 03.01.2003 19:37 Themen: Soziale Kämpfe Weltweit
die ertse pro-chavez nachricht aus den bürgelichen
Der Generalstreik in Venezuela geht in seinen zweiten Monat: Benzin ist fast ausschließlich auf dem Schwarzmarkt zu bekommen, die Nahrungsmittelvorräte schwinden, und es kommt täglich zu Demonstrationen gegen die Regierung. Doch Präsident Hugo Chavez verweigert den Rücktritt und kann sich dabei auf immer noch hohe Zustimmungsraten stützen, besonders unter den ärmeren Bevölkerungsschichten.
Opposition hält Chavez für unfähig
"Er kann uns nicht verlassen", sagt die 51-jährige Beatriz Nunez, die in Caracas ein Geschäft führt. "Das wäre schrecklich." Sie gehörte zu denen, die Chavez 1998 zu seinem klaren Wahlsieg verhalfen und ihn 2000 wiederwählten. Seine Wähler betrachten den Präsidenten als einzige Hoffnung auf Veränderungen in einem Land, in dem der Ölreichtum die Massen nicht erreicht. Etwa 80 Prozent der 24 Millionen Einwohner Venezuelas leben in Armut. Chavez hatte im Wahlkampf den Kampf gegen die Korruption versprochen. Die Opposition wirft ihm Unfähigkeit vor und versucht seit dem 2. Dezember, den Präsidenten mit einem Generalstreik zum Rücktritt zu zwingen.

Opposition kann Arme nicht erreichen
In den Armenvierteln um die Hauptstadt Caracas erzielt Chavez jedoch noch immer Zustimmungsraten bis zu 45 Prozent. "Sie wissen, dass er ihre letzte Hoffnung ist", sagt der Chefideologe der von Chavez ausgerufenen "Bolivarischen Revolution", Guillermo Garcia Ponce. "Es ist Chavez oder eine Rückkehr zur alten Politik, die 40 Jahre lang scheiterte." Die Opposition erreicht daher die Armen nicht.

Hilfsprogramme mittelmäßig erfolgreich
Die Regierung startete seit ihrem Amtsantritt Sozialprogramme, allerdings mit gemischten Ergebnissen. So endete der "Plan Bolivar 2000" im Desaster. Danach sollten Soldaten und Zivilisten im ganzen Land eingestellt werden und für die Allgemeinheit arbeiten, das heißt, Straßen bauen, Schulen renovieren und die Gesundheitsfürsorge verwalten. Der Koordinator des Programms wurde nach Korruptionsvorwürfen entlassen, das ehrgeizige Projekt scheiterte.Andere Programme waren erfolgreicher. In vielen Krankenhäusern können sich Patienten kostenlos behandeln lassen, hunderte Kranke wurden ebenfalls kostenlos zur Behandlung nach Kuba geflogen.

Chavez wird von "Boliviarischen Zirkeln" unterstützt
Chavez wurde 1992 nach einem gescheiterten Putschversuch zum Volkshelden. Er saß zwei Jahre in Haft und begann danach eine alternative politische Bewegung, in der er ehemalige Guerilla-Führer und linksgerichtete Politiker um sich versammelte. Die größte Unterstützung erhält er von den "Bolivarischen Zirkeln", Nachbarschaftsgruppen, die mit Unterstützung der Regierung Sozialprogramme organisieren. Kritiker bezeichneten die Zirkel als Miliz, die gegen die Opposition eingesetzt werde.

Veränderungen brauchen ihre Zeit
Die meisten Anhänger des Präsidenten sind jedoch nicht radikal. Sie wünschen sich Veränderungen in ihrem Land und sind breit, auf Resultate zu warten. "Was Chavez sagt, ergibt Sinn", sagte der 44-jährige William Di Pietro. "Er stellt eine Veränderung dar, aber es ist noch ein langer Weg. Das könnte Jahrzehnte dauern." Der Präsident betont in seiner wöchentlichen Fernsehshow immer wieder, dass Veränderungen Zeit brauchen.


AP

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 http://t-news.t-online.de/zone/news/ausl/sued/ar/CP/ar-venezuela-streik.html
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Ergänzungen

ist schon kritisch

pele 03.01.2003 - 20:26
hier in nrw berichten die medien insgesamt sehr kritisch über die proteste.

bitte

verfasser 03.01.2003 - 20:45
zu weltweit oder sozial

Warum nicht auf die Hauptseite ?

Alfons Kilad 03.01.2003 - 20:53
Zurzeit scheint die ganze Welt die Entwicklung Venezuela als "wenig interessant" zu finden... Das Gegenteil ist der Fall. Deshalb gehört solcher Beitrag auf die Hauptseite.

Crossposting

Meckerfritze 03.01.2003 - 21:24
Die Idee von Indymedia ist eigentlich selbst Berichte zu verfassen und nicht irgendwas von kommerziellen Medien herzukopieren. Für sowas ist Linkeseite und der Infopool besser geeignet.

aber

weist 04.01.2003 - 11:07
linkeseite und infopool sind zu 'zielgruppenorientiert'... 'Bürgerliche' und Konservative kommen da nie hin. Das ist ja der Vorteil von indymedia: es sind zwar nicht allzu viele, aber doch immerhin Etliche, die nicht zu den 'üblichen Verdächtigen' gehören und dieses Medium nutzen. Die 'Linke' dreht sich schon lang genug um sich selbst, da sollte man um der Sache willen etwas nachsichtiger sein. Das Wissen um die Situation in Venezuela ist weißgott (wie angemerkt) schlecht genug.
Und in diesem Beitrag ist ja nicht bloß ein Crossposting, sondern enthält ja immerhin auch noch Hintergrundinfos (wenn auch nur die eine Anmerkung - ein kurzer Kommentar zur aktuellen Situation der Mainstream-Berichterstattung wäre schön gewesen; dann hätt sich auch niemand beschwert).