Last minute Reise! Auf nach Mittenwald!

Brendten-Gegner 05.06.2003 22:19
Brendten-Gegner" machen ernst ^
Drei Tage vor Pfingsttreffen beschmieren Unbekannte Ehrenmal
Mittenwald - Die Gegner des Pfingsttreffens haben erste, unverkennbare
Spuren hinterlassen
www.nadir.org/mittenwald
Wer es nicht vom Computer wegschafft. Es gibt eine Direktübertragung des Hearings Samstags ab 9.30 Uhr Die url wird ab Samstag morgen 9.30 erreichbar sein: freeteam.nl:8000/mittenwald

viele Grüße an den BUKO in Bremen


Brendten-Gegner" machen ernst ^
Drei Tage vor Pfingsttreffen beschmieren Unbekannte Ehrenmal
Mittenwald - Die Gegner des Pfingsttreffens haben erste, unverkennbare
Spuren hinterlassen: In der Nacht auf Mittwoch haben vermutlich linke
Aktivisten das Ehrenmal auf dem Hohen Brendten bei Mittenwald mit Parolen
wider die Traditionspflege der Gebirgstruppe beschmiert. Damit haben sich
also drei Tage vor Deutschlands größter Soldatenfeier die Befürchtungen des
ausrichtenden Kameradenkreises bewahrheitet. Der erstattete gestern Anzeige
gegen Unbekannt.

"Es tritt das ein, wozu im Internet aufgerufen wurde", meint Hans Behringer.
"Wir müssen rechnen, dass sie nochmal zuschlagen werden." Mit "sie" meint
der Sprecher des Kameradenkreises radikale Kräfte, die sich im linksextremen
Spektrum bewegen.

Auf den beiden porösen Steintürmen des Ehrenmals ist seit gestern nun in
schwarzen Lettern zu lesen: "Gegen die Traditionspflege der Gebirgsjäger"
und "Entschädigung aller NS-Opfer". Auf der Betonplatte davor finden sich
Namen der beiden griechischen Orte Distomo und Kommeno, in denen es 1943 und
1944 zu Übergriffen der deutschen Wehrmacht gekommen war.

"Sauerei", erregt sich Mittenwalds Bürgermeister Hermann Salminger, "da
sieht man, was das für Herrschaften sind." Ex-Offizier Behringer weiß, dass
Salminger der Gegenveranstaltung im Ortszentrum "schweren Herzens"
zugestimmt habe, "weil er weiß, dass diese vielen Mittenwaldern nicht
gefällt." Aber man lebe in einem Land, wo die Polizei die Ordnungsmacht ist,
so der Murnauer. "Und sie wird präsent sein und uns vor Übergriffen
schützen."

Klaus Schürgers, Sprecher der ermittelnden Polizei-Direktion Weilheim,
bestätigte gestern dem Tagblatt, dass mit der Causa "Pfingsttreffen" nunmehr
auch der Staatsschutz befasst sei. Wieviele Hundertschaften ins Obere
Isartal nach dem jüngsten Vorfall kommen werden, wollte Schürgers nicht
sagen.

"Jedenfalls nehmen wir die ganze Sache sehr ernst und sind darauf
vorbereitet." Eine Bewachung des Ehrenmals rund um die Uhr werde es aber
auch nach der jüngsten Attacke nicht geben.

mm

[Garmisch-Partenkirchener Tagblatt vom 5.6.2003, CHRISTOF SCHNÜRER]
"Wir dividieren die Toten nicht auseinander" ^
Kameradenkreissprecher Hans Behringer über Traditionspflege und politische
Gegner
Die gestrigen Schmierereien am Ehrenmal (siehe oben) führen es deutlich vor
Augen: Das 46. Pfingsttreffen des Kameradenkreises der Gebirgstruppe auf dem
Hohen Brendten am kommenden Sonntag wird anders verlaufen als die
vergangenen 45 Soldatenfeiern zuvor. Linke Demonstranten haben seit Monaten
eine Gegenveranstaltung mit griechischen Kriegsopfern angekündigt, die
bayerische Bereitschaftspolizei rückt mit einem größeren Aufgebot an, um
einen störungsfreien Ablauf des Treffens zu garantieren. Als einer der
Verfechter dieses traditionellen Treffens gilt Hans Behringer aus Murnau, 63
Jahre alt und Oberstleutnant a. D. Mit dem Sprecher des Kameradenkreises
unterhielt sich Tagblatt-Mitarbeiter Christof Schnürer.

Warum gibt es jedes Jahr ein Pfingsttreffen der Gebirgstruppe auf dem Hohen
Brendten?

Behringer: "Als das Ehrenmal errichtet wurde, hat der Kameradenkreis aus
einer allgemeinen Stimmung heraus beschlossen, sich jedes Jahr dort zu
treffen."

Wer nimmt an den Treffen teil?

Behringer: "Die Kameraden der Gebirgstruppe, also der Kameradenkreis und
aktive Soldaten, aber auch viele ausländische Gäste und natürlich hier im
Land die Bevölkerung."

Warum ist dieses Pfingsttreffen gerade für ehemalige Angehörige der
Wehrmacht so wichtig?

Behringer: "Das ist gewachsen. Als die Soldaten vom Krieg zurückkamen, haben
sie sich in kleinen Kreisen getroffen. Irgendwann war das Interesse da, sich
im größeren Rahmen wiederzusehen. Und da geht es auch um den Inhalt des
Treffens, nämlich: Derjenigen zu gedenken, die nicht mehr heimgekommen
sind."

Kritiker behaupten, der Kameradenkreis hätte noch nie öffentlich ein Wort
über die vielen zivilen Opfer, die durch die Wehrmacht umkamen, verloren.

Behringer: "Das ist einfach falsch. So wie unser Staat am Volkstrauertag der
Toten gedenkt, so gedenken wir, die Gebirgsjäger, alte und junge, am
Pfingsten oben unserer Toten. Es sind zum einen vermisste, gefallene und
verstorbene Kameraden. Dazu nenne ich aktuell unsern alten Gebirgsjäger,
Oberstleutnant Michel Pössinger, der kürzlich verstorben ist, oder den
jungen deutschen Soldaten, der in Afghanistan die Tage ums Leben gekommen
ist. Natürlich gedenken wir auch der Toten unserer Kriegsgegner - von Anfang
an eigentlich. Und natürlich auch der Opfer von Gewaltherrschaften und
neuerdings der des Terrorismus. Das drückt Verbundenheit mit den Toten aus,
aber auch ein Mitgefühl mit den Hinterbliebenen."

Beim Pfingsttreffen im Vorjahr haben einige Tiroler Veteranen mit ihren
Nazi-Orden für viel Wirbel gesorgt. Wie würden Sie praktizierte
Traditionspflege der Gebirgstruppe beschreiben?

Behringer: "Das muss ich ablehnen. Wenn zwei betagte österreichische
Kriegsteilnehmer mit den Orden kommen, die in ihrer Heimat erlaubt sind,
dann war das, wie die Staatsanwaltschaft entschieden hat, eine
Geringfügigkeit. Und wer das hochspielt als Affäre, da kann ich nur sagen:
Das ist nicht in Ordnung."

Ich wiederhole meine Frage: Wie sieht praktizierte Traditionspflege der
Gebirgstruppe aus?

Behringer: "Wichtiges Kriterium - und das begreifen viele nicht, die uns
kritisieren - ist, dass für uns nur das Traditionen sind, die mit den Werten
unseres Grundgesetzes übereinstimmen. Und da will ich ein Beispiel nennen:
Der unermüdliche Einsatz der Gebirgsjäger und die Fürsorge für die
anvertrauten Soldaten. Das haben uns die alten Gebirgsjäger vorexerziert.
Viele haben nur deshalb überlebt, weil es so praktiziert wurde."

Historisch unstrittig ist jedoch, dass im Zweiten Weltkrieg auch von
Gebirgsjägern Kriegsverbrechen begangen wurden. Was ärgert Sie eigentlich
daran, wenn engagierte Bürger auf solche Verbrechen hinweisen?

Behringer: "Dann hat das mit Tradition natürlich überhaupt nichts zu tun, im
Gegenteil. Es gab leider eine Reihe von Kriegsverbrechen. Wir verurteilen
diese Kriegsverbrechen, ganz egal von wem sie begangen wurden, und wir sind
ganz besonders betroffen, wenn sie von Gebirgsjägern verübt wurden. Das mit
Tradition zu vermischen, ist wirklich übel."

Die Traditionspflege der Gebirgsjäger wird unter anderem von der Vereinigung
der Verfolgten des Naziregmimes, kurz VVN, massiv angegriffen. Wie stehen
Sie dazu?

Behringer: "Die VVN ist eine linksextremistische Organisation des
orthodox-kommunistischen Antifaschismus, die mit gewaltbereiten
Antifa-Gruppen zusammenarbeitet. Sie lehnt rechtsstaatliche Grundsätze ab,
wie die Unabhängigkeit der Justiz."

Demnach ist die VVN für Sie kein Gesprächspartner?

Behringer: "Nein, das sind Extremisten. Diese Gruppierung steht nicht auf
den Grundfesten unseres Grundgesetzes."

Die von der VVN eingeladenen Gäste aus Griechenland: Sind das auch
Verfassungsfeinde?

Behringer: "Ich bedauere es, wenn sich solche Leute vor den Karren dieser
Extremisten spannen lassen. Aber auf dieser Basis diskutiere ich nicht."

Das Kriegsende liegt nun 58 Jahre zurück. Welche Aussöhnungsbemühungen gab
es seitdem, die von Gebirgsjägern initiiert wurden?

Behringer: "Die alten Gebirgsjäger haben uns gelehrt, wie man wieder zur
Verständigung kommt, wie aus Kriegsgegnern Freunde geworden sind. Es fand
Soldatenaustausch statt, durch den private Freundschaften entstanden, etwa
mit einstigen Gegnern aus Slowenien, Italien oder Polen. Es finden eine
ganze Reihe von Bemühungen statt, um zu Freundschaften zu kommen. Zur Zeit
ist eine Gruppe auf Kreta."

Kollektivschuld gibt es nicht. Wie geht der Kameradenkreis mit Verfehlungen
einzelner Soldaten um?

Behringer: "Wir gedenken am Hohen Brendten der Toten. Wir dividieren die
Toten nicht auseinander. Für uns gibt es nach unserem christlichen
Verständnis nur einen Richter. Das ist Gott."

Wie gehen denn Bundeswehrsoldaten, die nach 1945 geboren wurden, mit den
Verbrechen der Nazizeit um?

Behringer: "Das ist unser Erbe. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Und
wir tun es auch im Kameradenkreis. Auch wenn wir kein militärgeschichtliches
Institut sind, unterstützen wir welche, die Forschungsarbeiten schreiben,
etwa über Kephallonia. Da wird sachlich und brutal darüber berichtet. Da
gibt es für uns viel Betroffenheit."

[Garmisch-Partenkirchener Tagblatt vom 5.6.2003]
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Ergänzungen

"leider"...

05.06.2003 - 23:37
...sind es gebirgs- und keine fallschirmjäger.

06.06.2003 - 02:10

Auf nach Mittenwald
von Angreifbare Traditionspflege - 09.05.2003 19:01
 http://de.indymedia.org/2003/05/51064.shtml

Mittenwald-Vorbereitung
von AK gegen das Vergessen - 21.03.2003 12:09
 http://germany.indymedia.org/2003/03/45549.shtml

Deutsche PolizistInnen verhindern Schweigeminute
von kritische geschichtswissenschaft e.V. - 20.05.2002 18:00
 http://de.indymedia.org/2002/05/22370.shtml

http://www.nadir.org/mittenwald

06.06.2003 - 02:23

Mittenwald Pressekonferenz

06.06.2003 - 23:44

ein indy special

07.06.2003 - 03:46

Angreifbare Traditionspflege in Mittenwald
von edelweißpiraten - 07.06.2003 02:09
 http://de.indymedia.org/2003/06/53925.shtml