WTO gescheitert - wir sind schuld!
Die Konferenz der Welthandelsorganisation (WTO) in Cancun ist gescheitert. In den meisten Medien wird dies den "Entwicklungsländern" zu geschrieben, die sich gegen die Industrieländer gewehrt hätten. Ohne den Druck der Straße wäre dies jedoch niemals möglich gewesen, wie die WTO-Konferenz in Doha zeigen, als die Industriestaaten spätnachts Druck in den "Green Rooms", bei Verhandlungen in kleinem Kreise den Ländern des Südens Zugeständnisse abluchsten.
Auf der Straße protestiert wurde nicht nur in Cancun, als der koreanische Bauer Kyang-Hae Lee sich opferte aus Verachtung über die Politik der WTO, die BäuerInnen weltweit tötet. In vielen Ländern der Welt fanden gleichzeitig Proteste statt, z.B. Indien, Philippinen, Ghana, als zahlreiche AktivistInnen in Mexiko die rote Zone stürmten und damit den Delegierten einen ziemlichen Schrecken einjagten.
Auf der Straße protestiert wurde nicht nur in Cancun, als der koreanische Bauer Kyang-Hae Lee sich opferte aus Verachtung über die Politik der WTO, die BäuerInnen weltweit tötet. In vielen Ländern der Welt fanden gleichzeitig Proteste statt, z.B. Indien, Philippinen, Ghana, als zahlreiche AktivistInnen in Mexiko die rote Zone stürmten und damit den Delegierten einen ziemlichen Schrecken einjagten.
Der Erfolg dieses Protestes, das Entgleisen der WTO, ist zurückzuführen auf einen langen Prozeß, der am 1. Januar 1994 neuen Auftrieb gewann mit dem Aufstand der Zapatistas in Chiapas, und bei der WTO- Konferenz in Seattle 1999 für eine breite Öffentlichkeit sichtbar wurde. Diesen Erfolg sollten wir feiern!!!
Tausende von Menschen, die nicht nach Mexiko reisen konnten (oder wollten), koordinierten Aktionen gegen die WTO, die jedoch in den Medien weitgehend unsichtbar blieben.
In Bangalore, gingen 35000 indische BäuerInnen auf die Straße, und machten damit aufmerksam auf die über 200 Selbstmorde von Bauern im Staate Karnataka seit Beginn des Jahres. Sie hatten sich umgebracht aufgrund der spiralmäßig in die Höhe getriebenen Kosten und gleichzeitig sinkenden Preise durch die Liberalisierung. Vierzig BäuerInnen zerstörten Möbel und Fenster in den Büros von der ehemaligen Forschungseinrichtung von Monsanto und erteilten dem Unternehmen eine "Kündigung", sie sollten Indien verlassen. Weitere Proteste fanden an anderen Orten in Indien statt, z.B. in Kolkata wo Hunderttausende ArbeiterInnen auf die Straßen gingen.
In Bangkok, Thailand, versammelten sich 3000 BasisaktivistInnen - BäuerInnen, ArbeiterInnen, städtische Arme, Studierende, UmweltaktivistInnen - zu einer Aktionswoche gegen die WTO. Einer band sich an ein Kreuz, in jeder Hand eine Reispflanze, sein Mund zugeklebt. Kingkorn Narintornkul von der Thai Action on Globalisation erklärte: "Die Armen in Thailand sind aus vielen Teilen des Landes angereist um an dieser Demonstration teilzunehmen. [Sie] beginnen die Auswirkungen der ungerechten Handelsbeziehungen zu spüren und fühlen die Notwendigkeit, ihre Stimmen dagegen zu erheben. Sie sagten daß sie nichts mehr zu essen haben würden wenn sie nicht beim Protest teilnehmen."
Auf den Philippinen reiste eine Karawane von 50 "Jeepneys" (eine Art großer Kleinbus) voller BäuerInnen aus der zentralen Provinz Luzon nach Manila. Sie wurden dort jubelnd begrüßt von Dienstleistungsarbeitenden, FischerInnen und den städtischen Armen, woraus ein Protest von 8000 Menschen in den Straßen der Hauptstadt wurde. Zwei weitere Karawanen aus Laguna und Bicol wurden auf der Autobahn gestoppt und konnten nicht an der Anti-WTO Demo teilnehmen. Statt dessen blockierten sie die Autobahn.
In Bangladesh versammelten sich mehrere Tausend und trauerten um Lee Kyung Hae, während in Südkorea die Wut seit seinem Tod immer größer wurde. Großdemos sind für diese Woche in Südkorea geplant.
Die Pläne der südafrikanischen AktivistInnen vom Anti-Privatisation Forum und vom
Soweto Electricity Crisis Committee, nach Cancun zu reisen, verflüssigten sich als in Johannesburg ein Krieg ums Wasser ausbrach. Der Wasserkonzern installierte neue vorbezahlte Wasserzähler in Phiri. Dies hätte die AnwohnerInnen- Nichtzahlungskampagne gegen unbezahlbare Wassererhöhungen und gegen die Privatisierung unterlaufen. Ein Netzwerk von AktivistInnen demonstrierte in 18 verschiedenen afrikanischen Städten, und konzentrierten sich auf die Bedrohung der öffentlichen Wasserversorgung durch "schleichende Privatisierung" aufgrund des GATS (General Agreement on Trade in Services, Allgemeines Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen).
Unterdessen marschierte in Accra, Ghana, die General Agricultural Workers' Union (Allgemeine LandarbeiterInnengewerkschaft) zum Finanzministerium und forderten: "Schützt die Rechte der Armen!" und die Opposition gegen die Landwirtschaftspolitik der reichen Länder und deren Patentregeln, die AIDS- Medikamente unbezahlbar machen.
BaumwollarbeiterInnen aus Burkina Faso, Benin, Mali, und Senegal sandten eine Petition mit 200000 Unterschriften an die WTO Konferenz und verlangten die Abschaffung der US- Binnenmarktsubventionen.
Eine Brücke an der US- Mexikanischen Grenze wurde blockiert, weil Hunderte die FußgängerInnenüberwuerung blockierten um gegen die Welthandelskonferenz zu protestieren.
Es gab Solidaritätsproteste in Honduras, Belize, Brasilien, und vielen anderen lateinamerikanischen Ländern. Proteste und Teach-ins (Lehrveranstaltungen für alle) wurden in etwa 60 Städten der USA abgehalten; Aktionen fanden in Italien, den Niederlanden, bundesweit und in vielen weiteren europäischen Städten statt.
Proteste in Madrid und Barcelona wurden von der im spanischen Staat erstmals durchgeführten direkten Aktion gegen gentechnisch modifizierte Pflanzen, die quer über das Land parallel zur WTO-Konferenz ausgerissen wurden.
(mit Übersetzung einer Zusammenstellung von Katharine Ainger)
Cancun: noch mehr Photos, Tanz bis in die Nacht:
http://de.indymedia.org/2003/09/61774.shtml
Walden Bello zum Scheitern der WTO:
http://de.indymedia.org/2003/09/61733.shtml
WTO gescheitert, NGOs feiern:
http://de.indymedia.org/2003/09/61707.shtml
WTO in Cancun gescheitert:
http://de.indymedia.org/2003/09/61691.shtml
http://www.stopwto.tk
Tausende von Menschen, die nicht nach Mexiko reisen konnten (oder wollten), koordinierten Aktionen gegen die WTO, die jedoch in den Medien weitgehend unsichtbar blieben.
In Bangalore, gingen 35000 indische BäuerInnen auf die Straße, und machten damit aufmerksam auf die über 200 Selbstmorde von Bauern im Staate Karnataka seit Beginn des Jahres. Sie hatten sich umgebracht aufgrund der spiralmäßig in die Höhe getriebenen Kosten und gleichzeitig sinkenden Preise durch die Liberalisierung. Vierzig BäuerInnen zerstörten Möbel und Fenster in den Büros von der ehemaligen Forschungseinrichtung von Monsanto und erteilten dem Unternehmen eine "Kündigung", sie sollten Indien verlassen. Weitere Proteste fanden an anderen Orten in Indien statt, z.B. in Kolkata wo Hunderttausende ArbeiterInnen auf die Straßen gingen.
In Bangkok, Thailand, versammelten sich 3000 BasisaktivistInnen - BäuerInnen, ArbeiterInnen, städtische Arme, Studierende, UmweltaktivistInnen - zu einer Aktionswoche gegen die WTO. Einer band sich an ein Kreuz, in jeder Hand eine Reispflanze, sein Mund zugeklebt. Kingkorn Narintornkul von der Thai Action on Globalisation erklärte: "Die Armen in Thailand sind aus vielen Teilen des Landes angereist um an dieser Demonstration teilzunehmen. [Sie] beginnen die Auswirkungen der ungerechten Handelsbeziehungen zu spüren und fühlen die Notwendigkeit, ihre Stimmen dagegen zu erheben. Sie sagten daß sie nichts mehr zu essen haben würden wenn sie nicht beim Protest teilnehmen."
Auf den Philippinen reiste eine Karawane von 50 "Jeepneys" (eine Art großer Kleinbus) voller BäuerInnen aus der zentralen Provinz Luzon nach Manila. Sie wurden dort jubelnd begrüßt von Dienstleistungsarbeitenden, FischerInnen und den städtischen Armen, woraus ein Protest von 8000 Menschen in den Straßen der Hauptstadt wurde. Zwei weitere Karawanen aus Laguna und Bicol wurden auf der Autobahn gestoppt und konnten nicht an der Anti-WTO Demo teilnehmen. Statt dessen blockierten sie die Autobahn.
In Bangladesh versammelten sich mehrere Tausend und trauerten um Lee Kyung Hae, während in Südkorea die Wut seit seinem Tod immer größer wurde. Großdemos sind für diese Woche in Südkorea geplant.
Die Pläne der südafrikanischen AktivistInnen vom Anti-Privatisation Forum und vom
Soweto Electricity Crisis Committee, nach Cancun zu reisen, verflüssigten sich als in Johannesburg ein Krieg ums Wasser ausbrach. Der Wasserkonzern installierte neue vorbezahlte Wasserzähler in Phiri. Dies hätte die AnwohnerInnen- Nichtzahlungskampagne gegen unbezahlbare Wassererhöhungen und gegen die Privatisierung unterlaufen. Ein Netzwerk von AktivistInnen demonstrierte in 18 verschiedenen afrikanischen Städten, und konzentrierten sich auf die Bedrohung der öffentlichen Wasserversorgung durch "schleichende Privatisierung" aufgrund des GATS (General Agreement on Trade in Services, Allgemeines Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen).
Unterdessen marschierte in Accra, Ghana, die General Agricultural Workers' Union (Allgemeine LandarbeiterInnengewerkschaft) zum Finanzministerium und forderten: "Schützt die Rechte der Armen!" und die Opposition gegen die Landwirtschaftspolitik der reichen Länder und deren Patentregeln, die AIDS- Medikamente unbezahlbar machen.
BaumwollarbeiterInnen aus Burkina Faso, Benin, Mali, und Senegal sandten eine Petition mit 200000 Unterschriften an die WTO Konferenz und verlangten die Abschaffung der US- Binnenmarktsubventionen.
Eine Brücke an der US- Mexikanischen Grenze wurde blockiert, weil Hunderte die FußgängerInnenüberwuerung blockierten um gegen die Welthandelskonferenz zu protestieren.
Es gab Solidaritätsproteste in Honduras, Belize, Brasilien, und vielen anderen lateinamerikanischen Ländern. Proteste und Teach-ins (Lehrveranstaltungen für alle) wurden in etwa 60 Städten der USA abgehalten; Aktionen fanden in Italien, den Niederlanden, bundesweit und in vielen weiteren europäischen Städten statt.
Proteste in Madrid und Barcelona wurden von der im spanischen Staat erstmals durchgeführten direkten Aktion gegen gentechnisch modifizierte Pflanzen, die quer über das Land parallel zur WTO-Konferenz ausgerissen wurden.
(mit Übersetzung einer Zusammenstellung von Katharine Ainger)
Cancun: noch mehr Photos, Tanz bis in die Nacht:
http://de.indymedia.org/2003/09/61774.shtml Walden Bello zum Scheitern der WTO:
http://de.indymedia.org/2003/09/61733.shtml WTO gescheitert, NGOs feiern:
http://de.indymedia.org/2003/09/61707.shtml WTO in Cancun gescheitert:
http://de.indymedia.org/2003/09/61691.shtml
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Einige Ergänzungen noch (unvollständig)
Baskenland:
Demonstrationen gegen den WTO-Gipfel in Cancún
Die Zapatistas waren nicht nur in Cancun präsent:
Demonstration gegen den WTO-Gipfel in Chiapas
In Kopenhagen und Niederlande gab es in mehreren Städten Aktionen. Berichte finden sich bei den jeweiligen Indys. Hier was von Indy.de:
9.9.2003: Anti-WTO-Aktion in Kopenhagen
Aktionstage gegen WTO in Freiburg (Wahnmache) zu 11.9.73, WTO
Auch in Berlin gab es 2 Aktionen:
Vormittags wurde eine VW-Ausstellung in der Friedrichstrasse von Fels- und ALBlern besetzt. Zelte wurden aufgebaut. Das geschah zwar in erster Linie aus Solidarität mit den von VW geräumten Landlosen, aber der Bezug zur WTO war da. Link:
Nachmittags gab es eine symbolische Blockade der Potsdamer Strasse am Potsdamer Platz. Bilder:
Leider interessieren sich in Deutschland kaum Menschen für diese Themen, obwohl es doch alle betrifft.
Zeitgleich gab es übrigens aus ganz anderen Gründen in Brasilien Blockaden:
Eine Woche zuvor in Italien aus Anlass eines WTO-Meetings:
20.000 in Riva del Garda
Zu Cancun selbst könnte noch ergänzt werden:
Cancun: Blockaden und Proteste in der Roten Zone (Fotos)
Cancun: 1 Toter bei Sturm auf Rote Zone
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Überschätzt ihr euch da nicht Gewaltig? — Dora
kleine Frage — nur so