Kommunalwahl: Wahlanfechtungen in Bayern

Indy vor Ort 25.03.2008 19:15
Am vergangenen Mittwoch traf sich der kommunale Wahlausschuss des unterfränkischen Landkreises Hassberge zu seiner abschließenden Sitzung. Die Mitglieder des Forums sollten dem Ergebnis der Kreistagswahl vom 2. März 2008 ihren Segen geben. Anfang März 2008 fanden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Gewöhnlich ist die Zustimmung zum Wahlergebnis ein einstimmiger formaler Akt. Im unterfränkischen Kreis Hassberge endete die Wahlfeststellung nach Recherchen von indymedia allerdings mit einem Eklat: Oberregierungsrat Thomas Albert, Artur Strätz, Walter Pfeufer und Sebastian Schilling stimmten für das Wahlergebnis. Günther Geiling dagegen hat das Ergebnis der Kreistagswahl abgelehnt.
Günther Geiling verweigerte seine Zustimmung, weil er der Meinung ist, dass die "Junge Liste" im Kreis Hassberge eine Tarnliste der CSU ist. Als es Anfang des Jahres um die Zustimmung zu den Wahlvorschlägen ging, hat Günther Geiling, der früher einmal Kreisvorsitzender der SPD war, noch staatstragend das Händchen gehoben und allen Wahlvorschlägen wohlwollend zugestimmt.

Bei der Schlussabstimmung ist es ihm nun offenbar zu bunt geworden. Günther Geiling von der SPD ist keinesfalls nur ein enttäuschter Wahlverlierer: Der Kommunalpolitiker brachte durch seine Zustimmungsverweigerung im Kreiswahlausschuss zum Ausdruck, was längst in vielen bayerischen Kommunen zum Thema gemacht gehört hätte: Das unerhörte Treiben der CSU und ihrer Tarnlisten, den so genannten "Jungen Listen".

Entgegen aller gesetzlichen Wahlvorschriften hat die bayerische CSU nach indymedia Nachforschungen nämlich häufig weitere Listen ins Rennen um kommunale Mandate in Bayern geschickt. Im unterfränkischen Kreis Hassberge war dies beispielsweise nach Einschätzung unabhängiger Beobachter besonders deutlich der Fall. Selbst der Spitzenkandidat der CSU im Landkreis für die kommende Landtagswahl im erweiterten Wahlkreis Hassberge, Steffen Vogel, erhielt keinen Platz auf der Stammliste der CSU, sondern wurde auf die zweite Liste der Staatspartei, die "Junge Liste" abgeschoben.

Die CSU taufte in ganz Bayern weitere Listen, "Junge Liste". Auf ihren zweiten Listen hat die Partei all die Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl untergebracht, die auf den eigentlichen Hauptlisten der Schwarzen keinen Platz fanden. Darunter waren viele Sptizenfuntionäre und Bürgermeister der Partei.

Ähnliche Vorwürfe wie in Ostunterfranken wurden zum Beispiel in den Kreisen Miltenberg und Kelheim laut. Jetzt soll die Sache rechtlich überprüft werden. In Kehlheim, im Kreis Hassberge und in Miltenberg werden die Verwaltungsgerichte exemplarisch angerufen, um Tarnlisten de CSU zu überprüfen.
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Ergänzungen

Artikel aus der "Neuen Presse"

Ergänzerin 25.03.2008 - 19:25

Tarnlisten

schwer getarnt 26.03.2008 - 12:07
Eine Tarnliste ist ein Hilfsmittel politischer Gruppierungen, um möglichst viele Wählerstimmen zu erhalten. Es werden kleinere Parteien von der "Hauptpartei" vor der Wahl abgespalten, um durch eigenständige Werbung (welche oftmals etwas anders klingt, als die der Basispartei) mehr Menschen anzusprechen. Durch besondere Namensgebungen werden diese Gruppierungen in den Listen aufgeführt, um fälschlicherweise eine mögliche Opposition darzustellen, welche sie gar nicht sind - deswegen der Name "Tarnlisten". Nach der Wahl werden die gewonnenen Stimmen dieser "abgespaltenden" Gruppierungen wieder zur Basis hinzugefügt. Diese hat durch diese Methode mehr Stimmen errungen.

Neuer Urnengang für den Kreistag?

http://www.mittelbayerische.de 27.03.2008 - 02:11
Eine Auseinandersetzung um die Mitgliedschaft von Erich Schwarzfischer bei den Republikanern droht die Kreistagswahl zu kippen. Sollte sich herausstellen, dass der bisherige und wiedergewählte Kreisrat nicht Mitglied der Partei ist und auch nicht zur Aufstellung der Liste berechtigt war, dann könnte es zu Nachwahlen kommen. Die Kreistagswahl müsste wiederholt werden. Ob das so ist, überprüft derzeit die Regierung. Es gebe eine „verheerende Zahl von Fragen“ sagt Kreiswahlleiter Norbert Wittmann. Vordringlichste Frage dürfte dabei sein, ob Schwarzfischer tatsächlich Parteimitglied der Republikaner ist.

Dies bestreitet der Landesvorsitzende der Reps, Johann Gärtner. Er verweist auf eine Pressemitteilung, in der es heißt, Schwarzfischer sei am 20. August 2005 aus der Partei ausgetreten. Hintergrund, so die Pressemitteilung, sei eine Kandidatur Schwarzfischers bei der NPD für die Bundestagswahl gewesen. Dies hätte man so auch dem Landratsamt mitgeteilt. Das Landratsamt erklärt allerdings, dass sie bei Gärtner 2006 nachgefragt habe und die Parteimitgliedschaft von Schwarzfischer bei den Republikaner bestätigt worden sei. Deswegen sei für den Wahlausschuss auch nicht zu erkennen gewesen, dass die Listenaufstellung nicht korrekt gewesen sein könne. Kreisrat Schwarzfischer war am Dienstag nicht zu erreichen.

Bei der Regierung der Oberpfalz sei man derzeit dabei, weitere Fragen zu klären. Zum einen geht es darum, ob Schwarzfischer als Kreisvorsitzender einladen durfte, ob er berechtigt war, eine Liste für die Republikaner aufzustellen, und ob alle Parteimitglieder zur Wahlversammlung eingeladen worden seien.

Zu klären sei, so Wittmann, ob es sich um bloße Formfehler oder um schwerwiegende Verstöße gegen die wahlrechtlichen Grundsätze handele. Sollte letzteres der Fall sein, dann müsste es zu einer Nachwahl ohne die Republikaner kommen.

nach Recherchen von indymedia

0xF00 27.03.2008 - 03:38
gibt es keine recherchen von indymedia,
sondern allenfalls medienaktivistinnen, die indymedia als plattform nutzen.
indy dient nicht als reputation an sich oder ist etwa so etwas wie vertrauenswürdig, schließlich kann
jedeR das openposting nutzen

click hier

wrote there 27.03.2008 - 09:53
somit sollte es besser lauten:

..... nach recherchen lokaler aktivisten für gegenöffentlichkeit und alternative berichterstattung, die ihre rechercheergebnisse auf indymedia im openposting verbreiten ........

Indymediaaktivist

Karl Valentin 27.03.2008 - 11:14
SCHREIBTS HALT. Nach Recherchen von INDYMEDIAAKTIVISTEN