"Wir wollen nichts!" - Demo in Mainz
Satirische Demo für politisches Engagement in Mainz am 14. Juni 2008
"Hoch die individuelle Scheißegalität! Wir sind leer - was seid ihr?!" Viele PassantInnen sind sichtlich verwirrt, als der Demozug parolenrufend mit einem großen Transparent mit der Aufschrift "Wir wollen nix!" durch die Mainzer Innenstadt zieht. Für Verwirrung dürfte auch das eigens für die Demo komponierte Lied gesorgt haben, das sich satirisch für politisches Engagement ausprach.
Zuvor, gegen 11.00 Uhr: Ca. 40-50 junge Menschen, die meisten Studierende der Theaterwissenschaft, haben sich - mit Transparenten und Schildern ausgerüstet - auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, um unter dem Motto "Wir wollen nichts!" eine satirische Demonstration für politisches Engagement abzuhalten. "Wir freuen uns über jeden Desinteressierten!" heißt es auf dem Mobilisierungsflyer.
Nachdem acht junge Damen mit T-Shirts bekleidet, die jeweils zwei Buchstaben auf der Brust und auf dem Rücken tragen, sodass sich vorne "IHR SEID" und hinten "UNS EGAL" ergibt, in einer Reihe Aufstellung genommen haben, formiert sich hinter ihnen die restliche Demo. Nach einer Begrüßung beginnt die Probe der Parolen und des Demoliedes, welches später lautstark gesungen werden wird.
"Die Mitbestimmung wird überbewertet; man braucht sie gar nicht, wie man in China sieht." Die erste Strophe ertönt aus dem Minifon und sofort steigen andere mit ein und schon nach wenigen Minuten sitzt das vierstrophige Lied und die Demo zieht durch die Bahnhofstraße los in Richtung Innenstadt.
"Eure Probleme sind uns egal!" Mit Trillerpfeifen, lauten Parolen und Gesang zieht der Demozug durch die Straßen. Einige PassantInnen lachen, doch die meisten sind verwirrt und wissen offenbar nicht, was die jungen Leute sich da wieder ausgedacht haben. Verständnislosigkeit ist aus vielen Gesichtern zu lesen.
Gut 45 Minuten und viele verwunderte Gesichter später - die Demo zog beispielsweise über den Markt und durch die Fußgängerzone - findet die Abschlusskundgebung am Schillerplatz statt. Dort war eigens für die Kundgebung ein Redepult aufgebaut worden. Mit Transparent im Rücken treten sechs RednerInnen an, um den "Desinteressierten" den gebührenden Abschluss der Veranstaltung zu bescheren.
"Nur ein ausgetrampelter Weg ist ein guter Weg. Ich würde sogar sagen, der beste." Nicht nur dieser Satz wurde in allen sechs Reden in verschiedenen Variationen zum Besten gegeben. Auch Sprüche wie "Im Notfall sind wir ja versichert" kamen in fast allen Beiträgen zum Sprechen. Kein Zufall, wie eine Besucherin der Demo später sagt.
"Spontane Planänderung: Wie ihr gesehen habt, ist da drüben ein Republikaner-Stand. Da gehen wir jetzt mal hin, um uns zu informieren" tönt es nach der Kundgebung aus dem Mikrofon. Die REP, eine rechtskonservative Partei, hatte am selben Tag in der Mainzer Innenstadt einen "Info"stand abgehalten, an dem die Demo vorbeigezogen war. So setzt sich eine kleinere Gruppe - diesmal ohne Transparente und Schilder - in Bewegung, um am REP-Stand herumliegenden Müll einzusammeln. Doch als die Gruppe am Ort des Geschehens eintrifft, fährt gerade das letzte Auto eines REP-Mitglieds samt Stand weg; anscheinend gab es zu wenig Resonanz, oder die REP wurde vom Nieselregen verscheucht.
Alles in allem lässt sich sagen, dass die Demo eine gute Gelegenheit war, den "GlotzerInnen" einen Spiegel vor das Gesicht zu halten und dafür zu appellieren, sich einzumischen. Ob diese satirisch verpackte Aufforderung allerdings alle verstanden haben, bleibt fraglich.
Zuvor, gegen 11.00 Uhr: Ca. 40-50 junge Menschen, die meisten Studierende der Theaterwissenschaft, haben sich - mit Transparenten und Schildern ausgerüstet - auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt, um unter dem Motto "Wir wollen nichts!" eine satirische Demonstration für politisches Engagement abzuhalten. "Wir freuen uns über jeden Desinteressierten!" heißt es auf dem Mobilisierungsflyer.
Nachdem acht junge Damen mit T-Shirts bekleidet, die jeweils zwei Buchstaben auf der Brust und auf dem Rücken tragen, sodass sich vorne "IHR SEID" und hinten "UNS EGAL" ergibt, in einer Reihe Aufstellung genommen haben, formiert sich hinter ihnen die restliche Demo. Nach einer Begrüßung beginnt die Probe der Parolen und des Demoliedes, welches später lautstark gesungen werden wird.
"Die Mitbestimmung wird überbewertet; man braucht sie gar nicht, wie man in China sieht." Die erste Strophe ertönt aus dem Minifon und sofort steigen andere mit ein und schon nach wenigen Minuten sitzt das vierstrophige Lied und die Demo zieht durch die Bahnhofstraße los in Richtung Innenstadt.
"Eure Probleme sind uns egal!" Mit Trillerpfeifen, lauten Parolen und Gesang zieht der Demozug durch die Straßen. Einige PassantInnen lachen, doch die meisten sind verwirrt und wissen offenbar nicht, was die jungen Leute sich da wieder ausgedacht haben. Verständnislosigkeit ist aus vielen Gesichtern zu lesen.
Gut 45 Minuten und viele verwunderte Gesichter später - die Demo zog beispielsweise über den Markt und durch die Fußgängerzone - findet die Abschlusskundgebung am Schillerplatz statt. Dort war eigens für die Kundgebung ein Redepult aufgebaut worden. Mit Transparent im Rücken treten sechs RednerInnen an, um den "Desinteressierten" den gebührenden Abschluss der Veranstaltung zu bescheren.
"Nur ein ausgetrampelter Weg ist ein guter Weg. Ich würde sogar sagen, der beste." Nicht nur dieser Satz wurde in allen sechs Reden in verschiedenen Variationen zum Besten gegeben. Auch Sprüche wie "Im Notfall sind wir ja versichert" kamen in fast allen Beiträgen zum Sprechen. Kein Zufall, wie eine Besucherin der Demo später sagt.
"Spontane Planänderung: Wie ihr gesehen habt, ist da drüben ein Republikaner-Stand. Da gehen wir jetzt mal hin, um uns zu informieren" tönt es nach der Kundgebung aus dem Mikrofon. Die REP, eine rechtskonservative Partei, hatte am selben Tag in der Mainzer Innenstadt einen "Info"stand abgehalten, an dem die Demo vorbeigezogen war. So setzt sich eine kleinere Gruppe - diesmal ohne Transparente und Schilder - in Bewegung, um am REP-Stand herumliegenden Müll einzusammeln. Doch als die Gruppe am Ort des Geschehens eintrifft, fährt gerade das letzte Auto eines REP-Mitglieds samt Stand weg; anscheinend gab es zu wenig Resonanz, oder die REP wurde vom Nieselregen verscheucht.
Alles in allem lässt sich sagen, dass die Demo eine gute Gelegenheit war, den "GlotzerInnen" einen Spiegel vor das Gesicht zu halten und dafür zu appellieren, sich einzumischen. Ob diese satirisch verpackte Aufforderung allerdings alle verstanden haben, bleibt fraglich.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Liedtext
Die Mitbestimmung wird überbewertet
Man braucht sie gar nicht, wie man in China sieht
Die Solidarität kocht auch nur mit Wasser
Die soll sich nicht so anstell'n, die dumme Sau!
Der Aktivismus, der alte Arsch
Also da kann ich mich drüber aufregen - Sau!
Die Demokratie, also da kann ich mich auch drüber aufregen!
So'n Hals hab ich über das, so'n Hals!
Großartig!
Meine Zukunft braucht eure Toleranz!
Ein Schulungsvideo für Lemminge...
Peter Licht
Noch eine kleine Anmerkung: Ich hab die Parole "Eure Probleme sind uns egal!" falsch zitiert. Ich habe aus Versehen zwei Parolen gemischt: Einmal die Parole "Ihr seid uns egal!" und "Eure Probleme geh'n uns nichts an!"
Links
:
Die selben Leute haben auch vier Happenings mit präziseren Inhalten veranstaltet:
Lohnt sich sehr!
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Marburg — .
Wir wollen was — Eco Bee
kann mensch euch — mieten?
@studiernde: — acrata
das — lied