Augsburg: Demo gegen Studiengebühren

Auxburger 25.06.2008 01:46 Themen: Bildung
Gestern haben Studierende aus ganz Bayern in Augsburg gegen das problematische Bildungssystem im Freistaat demonstriert.
Weitere Themen der Demonstration waren die Studiengebühren, der Bologna-Prozess, der gläserne Schüler, oder das G8. Dazu hieß es in einer Rede vom Aktionsbündnis für freie Bildung: "Wir wollen nicht Lamentieren über die aus dem Boden wie Pilze schießenden und wuchernden Nachhilfeinstitute, die seit dem G8 Zulauf in Strömen erhalten." Ca. 500 Studenten nahmen an der Aktion unter dem Motto "Bildungswahn stoppen - Studiengebühren abwählen" teil. Dazu hatten neben der örtlichen Studierendenvertretung auch die Gewerkschaften und das bundesweite Aktionsbündnis gegen Studiengebühren aufgerufen, sowie die Attac Ortsgruppe Augsburg.

Dramatisch sei der von der Öffentlichkeit kaum bemerkte oder nachvollzogene Wandel an den Hochschulen, wie Universitäten zu Kaderschmieden der Industrie geworden seien und die Idee der Bildung damit aufs unsäglichste verhöhnt werde, hieß es in einer Rede. So wurde die TU München zum ausgelagerten Entwicklungslabor von BMW und anderen Konzernen, bei entsprechend finanzieller Entlohnung für die Universitäten. Die feindliche Übernahme der Bildung durch die Ökonomie macht sich auch in Augsburg mit Schrecken bemerkbar, stellte das Bündnis fest. Mit dem neuen Hochschulrahmengeset wurde den Universitäten weitgehende Entscheidungskompetenz über eigene Belange entzogen.

So besitzen nun im Hochschulrat erstmals Externe und Vertreter der Privat-Wirtschaft, darunter z.B. der Direktor der Augsburg Daimler AG u der Vorsitzende der Verlagsgruppe Weltbild (ebenfalls Augsburg), die Mehrheit in diesem Gremium, das über die Einrichtung und Schließung von Studiengängen und über die Festlegung von Forschungsschwerpunkten und Zielvereinbarungen einzelner Fakultäten entscheidet. Damit hat also nun auch die Universität ihren Aufsichtsrat, der genauso wenig wie die Aufsichtsräte in börsennotierten Unternehmen für Fehlentscheidungen gerade stehen müssen. Das Risiko und die Konsequenzen dieser Entscheidungen hätten allein Studenten und Nachwuchswissenschaftler zu tragen, die mit nur einer einzigen Stimme in diesem Gremium gänzlich unterrepräsentiert seien, hieß es auf der Demonstration.

Die wichtigsten Forderungen in der Rede des Bündnisses kurz zusammengefasst lauteten: - Abschaffung des sozial-selektiven viergliedrigen Bildungssystems, Abschaffung der Studiengebühren, Einführung einer verfassten Studierendenschaft, Stopp des unmittelbaren Einflusses der Wirtschaft auf die Hochschulen, Tatsächliche Demokratisierung der Hochschule mit drittelparitätischer Mitsprache, d. h. gleiche Mitsprache, für Studierende, wissenschaftsstützendes Personal, akademischen Mittelbau und Professorenschaft.


Zur Rede vom Aktionsbündnis für freie Bildung:
 http://uni-a.blogspot.com/2008/06/demo-rede.html
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Ergänzungen

70 Prozent der Studenten für Abschaffung

http://www.presseportal.de/ 25.06.2008 - 15:05
70 Prozent der Studenten für Abschaffung der Studiengebühren

70 Prozent der betroffenen deutschen Studenten haben sich in einer Umfrage für eine sofortige Abschaffung der Studiengebühren nach dem Vorbild Hessens ausgesprochen. Wie die ZEIT berichtet, herrscht laut der zweiten "Gebührenkompass"-Umfrage der Universität Hohenheim außerdem eine tiefe Unzufriedenheit unter den Studierenden über die Verwendung ihrer Gelder durch die Universitäten. Auf einer Notenskala von 1 bis 6 beurteilen sie die Ausgabenpolitik ihrer Hochschule im Schnitt mit 4,55. "In der Schule wäre das gerade noch 'ausreichend' bis 'mangelhaft'", sagt der Leiter der Gebührenkompass-Studie, der Hohenheimer Marketingprofessor Markus Voeth.

Hohenheimer Wissenschaftler hatten in ihrer zweiten "Gebührenkompass"-Umfrage mehr als 6100 Studenten an 54 Universitäten in allen bisherigen Bundesländern mit Campus-Maut befragt.

Laut Studie ist offenbar die schlechte Informationspolitik vieler Hochschulen mitverantwortlich für die ablehnende Haltung der Studenten. Sobald diese sich besser informiert fühlen, steige auch ihre Zufriedenheit mit der Gebührenverwendung deutlich, betont Voeth. Die Studenten müssten zudem die Verbesserungen am eigenen Leib spüren, ergänzt der Hochschulexperte Ulrich Müller vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE). "Für Studenten ist schwer einsichtig, warum sie für die Infrastruktur aufkommen sollen ... Aber sobald die Hochschulen anfangen, mit dem Geld zusätzliches Lehrpersonal einzustellen, wird der Nutzen für die Studenten greifbarer, dann nimmt auch ihre Zustimmung zu."

Die Ergebnisse des Gebührenkompass 2008 sind ab dem 26. Juni 2008 unter  http://www.gebuehrenkompass.de/ abrufbar.

Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen

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augsburger normalität — werauchdawar

Wow — Schneeeißchen

Auf der Demo flogen die Fäuste — http://www.abendblatt.de

Bonn: Studentin vor Gericht — http://www.express.de

Keine Nazis in Murnau ! — Antifa Murnau