Protestaktion gegen die German Polo Masters
Keitum (Sylt)- Um unter sich zu sein, haben sich die Schönen und Reichen in ein kleines Dorf auf Sylt zurückgezogen, um eines der wichtigsten Polo-Turniere Europas zu zelebrieren. Mit dieser trügerischen Idylle war es am 02. August aber plötzlich vorbei, als TierrechtlerInnen mit Transpis, Flugblättern und einem Megaphon genau auf das hinwiesen, was die VeranstalterInnen gerne verschwiegen hätten: die brutale Ausbeutung der Pferde.
„Es ist wohl beides, dass süchtig macht: ein Mannschaftssport für Eliten, bei dem man unter sich ist, und Events rund um den Sport, bei denen sich in lockerer Atmosphäre Kontakte pflegen und Geschäfte anbahnen lassen.“ (so gefunden auf der Website des Rhein Polo Clubs)
So hat sich wohl auch Stephanie „Kiki“ Schneider, Veranstalterin der 11. German Polo Masters, den Verlauf des Turniers vorgestellt. Da es immerhin um eines der wichtigsten Polo-Ereignisse in Europa geht und die Zahl der 15.000 BesucherInnen aus dem Vorjahr noch getoppt werden sollte, hat sie nichts dem Zufall überlassen: die acht Teams waren mit Spielern aus Argentinien, Holland, der Schweiz, England und Deutschland hochkarätig besetzt. Renommierte Sponsoren wie der Autohersteller Bentley, der auch offizieller Belieferer des britischen Königshauses ist, oder der Schweizer Luxus-Uhrenhersteller Corum sorgten für das nötige Kleingeld. Der Hauptsponsor, die Privatbankiers von Salomon Oppenheim, stieg in Person von Clemens Graf von Wedel sogar selbst in den Sattel. Die Eintrittspreise von bis zu 220 Euro für den VIP-Bereich und der abgelegene Veranstaltungsort sollten ungebetene Gäste abschrecken, Sicherheitskräfte notfalls durchsetzen, dass die Elite unter sich bleibt.
Dennoch gelang es einer Gruppe TierrechtlerInnen am Samstag, den 02. August, sich mit Sprechchören wie „Hände weg, Hände weg von Tieren“ dem Gelände zu nähern. Aus Rücksicht auf die Tiere wurde das Spielfeld aber nicht betreten, sondern sich am Rande der Tribüne platziert, um durch einen Redebeitrag unter dem Motto „Pferdesport ist Pferdemord“ die ZuschauerInnen über die selektive Zucht und die harte Ausbildung von Polo-Pferden sowie den brutalen Turnieralltag, der die natürlichen Bedürfnisse der Tiere missachtet und ihnen zum Zwecke menschlicher Belustigung Schmerzen zufügt, zu informieren. Allein die Tatsache, dass die acht Teams à vier Spieler mit insgesamt 200 argentinischen Pferden anreisten, sollte darüber zu denken geben, welchen Verschleiß an Pferden es hier gibt- viele der Tiere verletzen sich durch die riskante Spielweise ihrer Reiter bei den abrupten Wendemanövern, bei den Spielen kommt es bei den Pferden oft zu Nasenbluten, eingerissenen Mundwinkel und Sporenlöcher in den Flanken, weshalb sie ihren Wert verlieren und ihr Weg nicht selten in den Schlachthof führt. Neben einer Einordnung des Unterdrückungsverhältnisses zwischen Reiter und Pferd in die Rolle der Tiere in der kapitalistischen Gesellschaft wurde unter dem Motto „Kill capitalism, not animals“ auch der auf Exklusion ausgerichtete Elitegedanke dieser fälschlicherweise als Sport bezeichneten Tierquälerei, die sich aufgrund der hohen Preise (ein Polo-Pferd kostet zwischen 8.000 und 12.500 Euro) nur die oberen Gesellschaftsschichten leisten können, aufgegriffen.
Die herbeigerufenen Security schubsten die RednerInnen auf die Straße, wobei zum Glück aber niemand von einem vorbeifahrenden Auto verletzt wurde. Bevor jedoch die Polizei eintraf, war der Redebeitrag schon komplett verlesen. Weil sich die AktivistInnen nicht auf eine Konfrontation einlassen wollten, entschieden sie sich, sich von dem Veranstaltungsgelände zu entfernen und stattdessen mit Flugblättern, die die konkrete Forderung enthielten, sich direkt bei der Veranstalterin (e-mail:
kiki.schneider@polosylt.de) zu beschweren, durch das Dorf Keitum zu ziehen und auch die AnwohnerInnen zu informieren. Deren Reaktion fiel durchaus positiv aus: einige hatten den AktivistInnen schon vor der Aktion, als sie ihre Intention bemerkten hatten, Tipps angeboten, andere zeigten ihnen nach dem Eintreffen der Polizei Schleichwege, damit sie sich unbemerkt entfernen konnten. Da Sylt ja nicht gerade Hochburg für Demonstrationen ist, kamen diese Sympathiebekundungen überraschend, zumal die einzigen Aufkleber, die auf den Laternenpfählen entdeckt und kurzerhand thematisch passend überklebt wurden, von der NPD kamen.
Die Proteste gegen die Pelzmesse Fur & Fashion in Frankfurt/Main wuchsen in den letzten Jahren stetig, nun wurde bekannt, dass die VeranstalterInnen wegen Umsatzeinbußen ankündigten, die Messe nicht mehr stattfinden zu lassen. Zu hoffen bleibt nun, dass der Protest gegen die German Polo Masters in diesem Jahr auch nur ein Auftakt war und sich in der Zukunft intensivieren wird.
Gegen jede Form menschlicher und tierischer Unterdrückung! Speziesismus bekämpfen!
So hat sich wohl auch Stephanie „Kiki“ Schneider, Veranstalterin der 11. German Polo Masters, den Verlauf des Turniers vorgestellt. Da es immerhin um eines der wichtigsten Polo-Ereignisse in Europa geht und die Zahl der 15.000 BesucherInnen aus dem Vorjahr noch getoppt werden sollte, hat sie nichts dem Zufall überlassen: die acht Teams waren mit Spielern aus Argentinien, Holland, der Schweiz, England und Deutschland hochkarätig besetzt. Renommierte Sponsoren wie der Autohersteller Bentley, der auch offizieller Belieferer des britischen Königshauses ist, oder der Schweizer Luxus-Uhrenhersteller Corum sorgten für das nötige Kleingeld. Der Hauptsponsor, die Privatbankiers von Salomon Oppenheim, stieg in Person von Clemens Graf von Wedel sogar selbst in den Sattel. Die Eintrittspreise von bis zu 220 Euro für den VIP-Bereich und der abgelegene Veranstaltungsort sollten ungebetene Gäste abschrecken, Sicherheitskräfte notfalls durchsetzen, dass die Elite unter sich bleibt.
Dennoch gelang es einer Gruppe TierrechtlerInnen am Samstag, den 02. August, sich mit Sprechchören wie „Hände weg, Hände weg von Tieren“ dem Gelände zu nähern. Aus Rücksicht auf die Tiere wurde das Spielfeld aber nicht betreten, sondern sich am Rande der Tribüne platziert, um durch einen Redebeitrag unter dem Motto „Pferdesport ist Pferdemord“ die ZuschauerInnen über die selektive Zucht und die harte Ausbildung von Polo-Pferden sowie den brutalen Turnieralltag, der die natürlichen Bedürfnisse der Tiere missachtet und ihnen zum Zwecke menschlicher Belustigung Schmerzen zufügt, zu informieren. Allein die Tatsache, dass die acht Teams à vier Spieler mit insgesamt 200 argentinischen Pferden anreisten, sollte darüber zu denken geben, welchen Verschleiß an Pferden es hier gibt- viele der Tiere verletzen sich durch die riskante Spielweise ihrer Reiter bei den abrupten Wendemanövern, bei den Spielen kommt es bei den Pferden oft zu Nasenbluten, eingerissenen Mundwinkel und Sporenlöcher in den Flanken, weshalb sie ihren Wert verlieren und ihr Weg nicht selten in den Schlachthof führt. Neben einer Einordnung des Unterdrückungsverhältnisses zwischen Reiter und Pferd in die Rolle der Tiere in der kapitalistischen Gesellschaft wurde unter dem Motto „Kill capitalism, not animals“ auch der auf Exklusion ausgerichtete Elitegedanke dieser fälschlicherweise als Sport bezeichneten Tierquälerei, die sich aufgrund der hohen Preise (ein Polo-Pferd kostet zwischen 8.000 und 12.500 Euro) nur die oberen Gesellschaftsschichten leisten können, aufgegriffen.
Die herbeigerufenen Security schubsten die RednerInnen auf die Straße, wobei zum Glück aber niemand von einem vorbeifahrenden Auto verletzt wurde. Bevor jedoch die Polizei eintraf, war der Redebeitrag schon komplett verlesen. Weil sich die AktivistInnen nicht auf eine Konfrontation einlassen wollten, entschieden sie sich, sich von dem Veranstaltungsgelände zu entfernen und stattdessen mit Flugblättern, die die konkrete Forderung enthielten, sich direkt bei der Veranstalterin (e-mail:
kiki.schneider@polosylt.de) zu beschweren, durch das Dorf Keitum zu ziehen und auch die AnwohnerInnen zu informieren. Deren Reaktion fiel durchaus positiv aus: einige hatten den AktivistInnen schon vor der Aktion, als sie ihre Intention bemerkten hatten, Tipps angeboten, andere zeigten ihnen nach dem Eintreffen der Polizei Schleichwege, damit sie sich unbemerkt entfernen konnten. Da Sylt ja nicht gerade Hochburg für Demonstrationen ist, kamen diese Sympathiebekundungen überraschend, zumal die einzigen Aufkleber, die auf den Laternenpfählen entdeckt und kurzerhand thematisch passend überklebt wurden, von der NPD kamen. Die Proteste gegen die Pelzmesse Fur & Fashion in Frankfurt/Main wuchsen in den letzten Jahren stetig, nun wurde bekannt, dass die VeranstalterInnen wegen Umsatzeinbußen ankündigten, die Messe nicht mehr stattfinden zu lassen. Zu hoffen bleibt nun, dass der Protest gegen die German Polo Masters in diesem Jahr auch nur ein Auftakt war und sich in der Zukunft intensivieren wird.
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Ergänzungen
Viele Pferde
Beiträge die keine inhaltliche Ergänzung darstellen
Danke — Deine Mutta
was für eine welt — mensch
@ TierrechtlerIn — mein name
Also — Wirklich
@mensch — human
Pelz-Messe — Zappa
B.Freite — tiere
Konstruktive Kritik? — TierbefreierIn
"mensch" hat leider recht!! — Mensch=Tier