Nato versucht Massaker i.Afghanistan vertusch

Thomas Klar 04.09.2008 14:29
Jüngste Angriffe zerstören zweites Dorf in Afghanistan und töten 70 Menschen - In diesem Jahr bereits mehr als 500 Zivilisten von Nato-Soldaten getötet .... Die Nato versucht eine Serie von Massakern zu vertuschen, die in Rahmen einer mörderischen Kampagne von Luftbombardierungen durch Nato-Kräfte verübt wurden.
Der jüngste Angriff war eine massive Bombardierung von Dörfern im südlichen Teil der Provinz Helmand. Es wird von mehr als 70 Toten ausgegangen.
Dieser Angriff erfolgte zwei Wochen nach einem Bombardement im westlichen Teil der Provinz Herat. Bei diesem Angriff starben mehr als 90 Menschen, unter ihnen auch 60 Kinder. Noch immer geben die USA und ihre Verbündeten vor, es seien bei dem Angriff auf das Dorf nur Talibankämpfer getötet worden.
Nachforschungen der afghanischen Regierung und der Vereinten Nationen bestätigten aber, dass es sich bei den Toten um Zivilisten gehandelt hat.
Die Ermittlungen der UN weisen nach, dass "die Zerstörungen Folge von Bombardements aus der Luft waren. Sieben bis acht Häuser wurden komplett zerstört, viele weitere Häuser wuren erheblich beschädigt."
"Anwohner konnten die Anzahl der Toten bestätigen und dabei deren Namen, Alter und Geschlecht angeben."
Die jüngsten Tötungen folgten der Entsendung von Tausenden zusätzlichen US-Soldaten, die letzte Woche eine Offensive im Distrikt von Sangin in der Provinz Helmand begannen.
Die Nato gab bekannt, dass dort 220 "Aufständische" getötet worden seien. Am Wochenende wurden aber Informationen bekannt, wonach sich etliche Verletzte den Besatzungstruppen genähert hatten, um von ihnen medizinische Hilfe zu erbitten. Sie berichteten den Soldaten, dass Hunderte Menschen durch die Angriffe getötet oder verletzt worden seien.
Als Infomationen über die Gräueltaten über undichte Stellen bekannt wurden, gab die Nato bekannt, dass die Taliban Vorbereitungen träfe, „falsche Angaben" über tote Zivilisten zu verbreiten.
Aber die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass sie Anrufe von Anwohnern erhalten habe, die bestätigten, dass 70 Zivilisten getötet worden sind.
Amir Dado, ein ehemaliger Geheimdienstchef in einer afghanischen Provinz und derzeit regionaler Abgeordneter in der US-gestützten afghanischen Regierung berichtete Reuters, dass „im Grunde genommen kein Taliban getötet wurde. Die Taliban greifen an und flüchten, dann kommen ausländische Truppen und bombardieren. Dreihundert Menschen wurden getötet und verletzt."
Die ansteigende Zahl von zivilen Toten erfolgte zur gleichen Zeit, als die US-Airforce enthüllte, dass sie im Juni und Juli diesen Jahres mehr als 272 Tonnen Bomben über Afghanistan abgeworfen hat - mehr als im ganzen Jahr 2006.
Mehr als 500 Zivilisten sollen in diesen Angriffen gestorben sein, was eine ausgedehnte Wut über die Besatzung zur Folge hat.
In Kabul demonstrierten wütende Anwohner, nachdem ein Bombenangriff auf ein Haus in einem östlichen Viertel der Hauptstadt einen Vater und seine zwei Kleinkinder getötet hatte.
Augenzeugen berichten, dass ausländische Truppen eine Granate in das Haus geworfen haben, in welchem die Kinder schliefen. Die Nato leugnet die Beteiligung an dem Überfall.
In einem weiteren grausamen Meilenstein gab die USA bekannt, dass seit Beginn der Besatzung Afghanistans 500 US-Soldaten gestorben sind.
Mit dem Tod eines britischen Soldaten am Montag, erhöht sich auch die Zahl der getöteten Soldaten anderer Besatzungsmächte in Afghanistan in diesem Jahr auf 200.
Die Besatzung der Nato gerät zunehmend außer Kontrolle. Die Entsendung von immer mehr Truppen kann die Situation nur verschlimmern. Dieser Krieg ist verloren - moralisch, politisch und militärisch.
Übersetzung: Linkezeitung - von Simon Assaf , 03.09.2008
 http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=5295&Itemid=214
Orginal erschienen in: Socialist Worker
English:  http://www.socialistworker.co.uk/art.php?id=15897

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