Energiepreise: Manipulation, Lüge und Betrug

Jonny 05.09.2008 15:03 Themen: Globalisierung Soziale Kämpfe
Man kennt es das Gerede dass die Preise für Erdöl und Erdgas teuerer werden würden, aber dies stimmt so nicht.

Weshalb?
Es gibt bei Erdgag Verträge mit einer Laufzeit von 8 Jahren, bei Erdöl von 2 Jahren. Das heißt dass die Preise für den Abnehmer in dieser Zeit nicht steigen.

Betrug?
Zum Beispiel Vattenfall: Hier wurde ein Vertrag mit Gazprom (Russland) abgeschlossen mit einer Laufzeit von 8 Jahren zu einem Drittel des von Vattenfall angegebenen Preises. Der Trick besteht darin eine Tochter in Polen zwischenzuschieben und dann von dieser zu kaufen.
Weg mit dem Energiebetrug. Enteignung der Energiekonzerne. Erdöl und Erdgas in die Hand von neu zu gründenden Volkskommitees !
Zur Frage Vorräte sein angemerkt:

Trotz eines ständig gestiegenen Weltölverbrauchs haben sich die bestätigten Ölreserven von 1970 bis 2000 nahezu verdoppelt. 67 Prozent davon liegen im Nahen Osten. Die bestätigten Gasreserven haben sich sogar fast vervierfacht: Sie sind seit 1970 von 46 Billionen m³ auf heute 165 Billionen m³ gestiegen, d.h. es wurde in den letzten 30 Jahren deutlich mehr Gas dazugefunden als im gleichen Zeitraum verbraucht wurde.

Den bestätigten Reserven der konventionellen Kohlenwasserstoffe (Erdöl und Erdgas) von 388 Mrd. t SKE im Jahr 2000 ist eine fast gleich große Menge konventionelle Ressourcen von 341 Mrd. t SKE hinzuzuzählen, die zu einem Gesamtpotential von 729 Mrd. t SKE führen. Dazu kommen weitere 1 226 Mrd. t SKE nicht konventionelle Kohlenwasserstoffe (ohne Gashydrate und Aquifere).

Bei der Versorgung mit fossilen Energien drohen mittelfristig keine Engpässe. Dies ergibt sich aus der Studie "Reserven, Ressourcen und Verfügbarkeit von Energierohstoffen", die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt und Ende März veröffentlicht wurde.
Die sogenannte statische Reichweite (Division der heute bekannten Reserven durch den heutigen Jahresverbrauch) gibt die Studie für Öl mit 43 Jahren an (Reserven) bzw. 67 Jahren (Ressourcen). Für Erdgas liegen die entsprechenden Werte bei 64 bzw. 149 Jahren. Für Kohle werden die Reserven auf rund 200 Jahre und die Ressourcen auf weit mehr als tausend Jahre geschätzt (siehe Grafik).
Klar sollten Alternativen zu den fossilen Rohstoffen gefunden werden und zwar umgehend, wie Erdwärme etc.
Doch der Hauptpunkt ist im Kapitalismus wird dies alles nur als Möglichkeit gesehen Profit zu machen.
So wird deshalb auch der Ausbau der Erdwärme etc. verhindert weil die Stromlobby hier interveniert.

Energie ist eine Frage des Überlebens. Verstaatlichung im Energiesektor sofort.
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Ergänzungen

Quellen?

Julius 05.09.2008 - 19:04
Interessanter Artikel, aber gibt es auch ein paar brauchbare Quellen zu den angegebenen Zahlen? Wäre hilfreich....

Peak oil kommt!

flo 05.09.2008 - 20:56

Deine Aufruhr in allen Ehren, aber ohne Preiserhöhungen wird der Verbrauch nicht zu senken sein. Und das muss passieren!

Die von dir genannten genannten Restvorkommen halte ich für maßlos überzogen. Zahlen zu Erdölvorkommen z.b. in OPEC-Ländern sind, weil nicht nachprüfbar und meist sein Jahren als Konstant (!) angegeben, äußerst dubios.
Ich unterestelle deinen Angaben das Ölsande und Tiefseevorräte als ganz normale Vorräte ausgegeben werden, die Förderung ist aber immens teuer, umweltschädlich, und zu allem überfluß auch noch energieaufwendig (google: Eroei )
Spannender als die Reserven sind überdies die erreichbare Tagesfördermenge, und die bildet seit einiger Zeit ein Platoo trotz steigendem Bedarf. Der zustand von Ghawar und Cantarell ist wenig beruhigend für die Tagesfördermenge.


zur Kohle:

Zitat aus Wikipedia Artikel Kohle : " (über die Deutschen Vorräte :) Im Jahr 2004 wurden sie auf 183 Millionen Tonnen herabgestuft, also um 99 Prozent reduziert...... Das globale Kohle-Fördermaximum könnte daher, so die „EWG“, bereits im Jahre 2025 erreicht sein "


Findet euch mit Peak Oil und den steigenden Kosten für Energie ab und ändert euern Konsum.
Alles andere dürfte nix helfen. Ich hab mein Leben schon weitgehend auf die Energiekriese umgestellt und
sehe mit gelassenheit steigenden Kosten entgegen! Und das schönste: Die Welt könnte ohne fossile Energie besser werden! Ach und hört mal bitte alle mit dem blöden Autofahren auf. Da wäre mir schon sehr geholfen.

Weiteres z.b. unter www.peak-oil-forum.de www.theoildrum.com ...


Grüße Flo


statische Reichweite?

Sternenkutscher 05.09.2008 - 22:27
"Die sogenannte statische Reichweite (Division der heute bekannten Reserven durch den heutigen Jahresverbrauch) gibt die Studie für Öl mit 43 Jahren an (Reserven) bzw. 67 Jahren (Ressourcen)."

Diese "statische Reichweite" ergibt leider recht sinnfreie Zahlen, da der Verbrauch nicht statisch ist, sondern staendig steigt (derzeit vor allem in China). Dadurch ist die tatsaechliche Reichweite erheblich niedriger. (Rechenkuenstler mit belegbaren Zahlen vor) Wenn man den steigenden Verbrauch einrechnet, sind mittelfristigige Engpaesse durchaus in Sicht.

@ Julius

Jonny 05.09.2008 - 23:12
Der Schwerpunkt des Artikels ist nicht die berechtigte Sorge um einen sparsamen Umgang mit Energie, (der übrigens von den Konzernen verhindert wird) sondern euch darüber zu informieren dass 2 Drittel des Preises durch Manipulation zustande kommen.
Also ähnlich wie bei den Drogen ist das Rohprodukt erst teuer durch den An- und Verkauf.
Hier Vattenfall kauft bei Vattenfall.

Habt ihr das verstanden???

Hmmm?

gaz 07.09.2008 - 16:40
Warum glaubt der author denn, das erdags- (import-) lieferverträge, und die meißten sind länger als 20 jahre abgeschlossen, zu festen preisen ausgehandelt werden. Schon mal was vom anlegbarkeits bzw. ölpreisbindung gehört. seit der ölkrise in den siebzigern, sind die gaspreise an den ölpreis gekoppelt um preisvolatilitäten und spekulationseinflüsse zu beschränken. ein "vereinfachter" Ablauf: die deutschen gasimportgesellschaften (und dazu gehört auch vattenfall nicht, da diese keine erdgaspipelines besitzen, sondern E.ON Ruhrgas, wingas, VNG, shell, BEB und die alte thyssengas - jetzt RWE) ermitteln die gasabgabestruktur im inland (kommunal-, industrie-, kraftwerksgas). in diesen segmenten wird nun berechnet was alternativ brennstoffe kosten (anlegbarkeitsprinzip!). Theoretisch könnten sich z.B. haushalte auch per ölheizung mit wärme versorgen. also sind da die kosten für das öl ausschlagebend (Weltmarktpreise-> z.b Gasoilfutures an der IPE). Kraftwerke können dies nicht, da ölbetriebene Kraftwerke die krasse Ausnahme sind (Reserveleistung und Spitzenlastdeckung), und kohle als substitut in frage kommt. die kohlepreise (z.B. API 2 ) sind aber nicht in dem masse gestiegen , wie die ölpreise, daher bleibt das gas für kraftwerke billiger. für industriekunden ist das bild noch etwas komplizierter da diese wärmegeführt sind, sprich KWK anlagen zum einsatz kommen.Aus allen Segmenten bildet sich eine gesamte Preisformel (ölindizierte Verträge), welche bei den Gasimportverträgen zum tragen kommt. Die Gasproduzenten wie Statoil/Hydro oder Gazprom checken ihrerseits den deutschen Markt nach dem selben Prinzip. dann treffen sich die parteien irgendwo in der mitte der beiden kalkulationen. wem das zu verwirrend erscheint.
ich habe auch ein halbes jahr gebraucht um durchzublicken. Es gibt aber durchaus positive entwicklungen. Die ölpreisbindung bzw. das anlegbarkeitsprinzip brökelt langsam aber stetig, vorteil die preiserhöhungen werden auf alle verbrauchssegmente runtergebrochen. blickt man jedoch in andere energiemärkte ohne ölpreisbindung wird man feststellen, das deren gaspreise noch viel schneller steigen als bei uns. Ob nun pest oder cholera, keine ahnung. es hilft nur energiesparen ---> auch für die umwelt.

So nun zu den Quellen:

erstens mein job :),

 http://www.bfe.admin.ch/php/modules/publikationen/stream.php?extlang=de&name=de_332518517.pdf

 http://books.google.com/books?id=eyrMUWtNl48C&pg=PA70&lpg=PA70&dq=anlegbarkeitsprinzip&source=web&ots=OW8BYD7W-1&sig=BGW-1e0JsS_-B45edTEzPpdfU_I&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=4&ct=result

 http://www.stud.uni-karlsruhe.de/~uhate/Seminare/Gaspreis.pdf

 http://lexetius.com/2007,1829

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